augustnacht

kein schritt auf
dem asphalt der nacht
von ganz oben blitzt
konfetti unbegreiflich
sternenfern
stille hallt
in viele leeren
aufreizend langsam
rollt die schartige
mondmünze
ich warte darauf
dass sie fällt

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mini-gewitter

als
der sommer
kurz bockig war
schnaubte er und weinte
laut

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wanderelf

die
beine müde
schwer wie blei
auch die sammlung des
erlebten

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atempause

der kühle regen wäscht der vorstadt die gedärme
der himmel filzt sich eine haut aus grau
von schwül ändert die stadtluft sich zu lau
dem brachland hinterm bahnhof wachsen krähenschwärme

die blüten an den hecken werden langsam früchte
der amselhahn besingt längst schon die dritte brut
das gras vergilbte in der sonnenglut
vom sommerende unken schlau erste gerüchte

in kurzer pause atmet auf das leben
der staub wird in den pfützen neu sortiert
dieweil die sonne ungesehen flaniert

schon morgen wird erneut sie sich erheben
sie wird ihr licht über die lande streuen
ich werde weiter mich des sommers freuen

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feierabendweg

zwischen den
ranken die kräftig
nach uns greifen
grasen wir die
hecke ab nach
nach den ersten
reifen brombeeren
um die schultern
legt sich heiß
die sehnsucht nach
freien tagen

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