moment

im schnee spuren
des alten roten katers
wann kam er vorbei?
dunkelheit bot ihm deckung
längst schon döst er im warmen

© 2022, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

liebe und schnee

wie doch
anfangs noch
alles so leicht
schien und mild
sich legte auf
die härten
wie es sich
senkte auf alles
mit schwere belegte
was schon so schwer
trug am bloßen sein
wie es begann
aufzulösen
die konturen
irgendwann wird es
nicht mehr sein

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später heimweg

bequem zurückgelehnt
des mondes sichel im schwarz
frost auf dem heimweg
täuscht mich meine müdigkeit
oder zittern die sterne?

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heimweg im advent

stille fassaden
einsamkeit tragend
aus ihren scharten
quillt ab und zu
licht sich diffus
breitend über
letzte blätter und
rinnsteindreck
die kälte kriecht
ungesehen in alle
körper und spalten
trostlosigkeit wohnt
auf vorstadtpflaster
hallt schrittweise
aus der mitte heim
abseits des glanzes
der lichter, der buden
der geräusche, düfte
der verlockungen
hüllt sich die stadt
in nüchternheit

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farben II

rot
blätternd
züngelt die
jungfernrebe
über das mauerwerk
darinnen die sonne
letzte wärme
verlor

blau
zwischen leuchtenden
blattfingern wie
samtperlen ihre
früchte

weiß
ziehen weidenden
lämmern gleich
wolkenherden durch
die weite des
himmels

gelb
rollt sich ein
teppich aus unter
dem alten gingko
erinnernd an die
vergänglichkeit
alles seins

grün
letztes aufbäumen
saftigen grases in
den verbrannten
wiesen des letzten
sommers

im farbrausch
ahne ich längst
das nahende
grauen

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