intermezzo

der himmel
hängt tief im land
windspiele versuchen
bäume zu versetzen
sähen leichtfüßige
weiße tänzerinnen
die ins geäst
sich krallen
morgen bringt ein
neuer tag alles
ins fließen

© 2021, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

erfüllung #lyrimo No. 21

hoch auf seinem gipfel stehen
ehrfürchtig sah ich hinan
einmal in sein herz zu sehen
dieser traum schlug mich in bann

ehrfürchtig sah ich hinan
morgen stieg ich ihm aufs dach
dieser traum schlug mich in bann
ich ging der erfüllung nach

morgen stieg ich ihm aufs dach
durch geröll und fumarolen
ich ging der erfüllung nach
schwieriger wurds luft zu holen

durch geröll und fumarolen
über leichtes tuffgestein
schwieriger wurds luft zu holen
bald schon würd ich oben sein

über leichtes tuffgestein
aufstieg auf den kraterrand
bald schon würd ich oben sein
erfüllung als ich oben stand

aufstieg auf den kraterrand
einmal in sein herz zu sehen
erfüllung als ich oben stand
hoch auf seinem gipfel stehen

impuls: “sehnsuchtsort”; schreibt ein pantun

alle texte lest ihr hier: lyrimo november 2020

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schloss fantaisie

eckersdorf

einen wundervollen spaziergang (ca. 5 km) von bayreuth entfernt liegt eckersdorf. hier findet sich ein kleinod: schloss fantaisie.
es wurde an einen hang aus dem typischen warmgetönten sandstein gebaut. die vorderfront ist von einem garten mit klar begrenzten rabatten und skulpturen umgeben.
die rückfront öffnet sich zu einer riesigen terrasse, die auf eine parklanschaft unter ihr blicken lässt. am tiefsten punkt befindet sich ein teich. dahinter geht das gelände ansteigend in mischwald über.

das schloss ist eng mit der lebensgeschichte der Elisabeth Friederike Sophie von Brandenburg-Bayreuth verbunden.

detail vorderfront

fensterdetail parkseite

schloss vom park aus gesehen

ich möchte, mit etwas mehr zeit, noch einmal wiederkehren. dann steht auch das innere auf dem plan.

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pfingstfahrt

zwischen den
mohnroten glutnestern
im wiegenden wiesengrün
kleine sonnen mit
weißen strahlenkränzen
das kornblumenblau
wie kühlende tropfen
darüber ziehen
gabelschwänzig milane
ihre wilden kreise
sie sehen auch den
von ginsterblüte
flammenden bahndamm

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stadtspaziergang

hitze
hängt in den häuserschluchten
und die
stadt quält sich durch den tag
ständig
dröhnen unablässig autos vorbei
so als
ob sie was wichtiges suchten

und ich
geh durch die nebengassen
und ich
schau durch geöffnete tore
ich find
ruhe und blumen und kinderspiel
anders
als an den geschäftigen straßen

es gibt
orte da mag ich verweilen
dort wo
menschen sich menschen sein lassen
weg von
toten betonstarren bändern
um vorbei
nicht am leben nur zu eilen

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