mahd

über den feldern
hängt feiner staub
als rolle der
harmattan über
die weiler
schemenhaft
bewegen sich
dunkle riesen
brummend durch die
graudichten schleier
und fressen allmählich
die gerstenfelder
kahl

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urlaubsbeginn

begraben
unter erschöpfung
frage ich mich
was noch kommen kann
morgen

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vom wege

das gehen gleicht dem hürdenlauf
auf allen wegen die ich gehe
schauen schnecken zu mir auf

sie sind andauernd ‘on the road’
kriechen ins gras oder hinaus
als suchten sie gezielt die not

auf kieseln sind sie schlecht zu sehn
den blick gesenkt und konzentriert
versuche ich sie zu umgehn

was nützt mir da geschwindigkeit?
will ich ihr plattes ende nicht
mein weg braucht neuerdings viel zeit

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gelauscht

wie
still es ist
das allein
so still dass
ich das haus
ächzen höre
die fliege
trippeln und
die bücher
philosophieren
wie
still es ist
so still dass
es hallt im
allein das
einsam

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abend

ein kanten
frischen mondes
hängt am dunkelnden
abendgewölbe
auf der bank
im hof die beiden
sehen ihn nicht
in den augen
des anderen
sie träumen ein
ander und hoffen
die ewigkeit
dauerte noch
einen moment

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