spurenlesen

auf
feuchtem pflaster
frische spuren
als schnürte jüngst
ein riesenvogel
dort seinen pfad
auf und davon
rot und dreigespitzt
am ende dunkel gespornt
blättrige spuren
der jungfernrebe

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herbst-elegie

das jahr beginnt
abzublättern von
den bäumen und
den mauern
die sonne schlägt
ihren bogen flacher
wenn sie nicht
ohnehin weißgraue
schleier trägt
krähen ersetzen
den stadtbäumen
das schütter
werdende laub
den passanten
schrumpfen die
gesichter und
werden grau
rückzug üben
die schnecken in
ihren häusern
manch einer wird
nun unsichtbar

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beide

vor dem fenster der mond
wie im dunkel er glänzt
drinnen lichter aus wachs
feuer tänzeln am docht

wie im dunkel er glänzt
nimmt gar zu noch beim lauf
feuer tänzeln am docht
diese zehren sich auf

nimmt gar zu noch beim lauf
wärmt mir jener das herz
diese zehren sich auf
hüllen warmwohl mich ein

wärmt mir jener das herz
drinnen lichter aus wachs
hüllen warmwohl mich ein
vor dem fenster der mond

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mond.zunehmend

durch
die nacht
sichelt er unermüdlich
silberner schnitter des lichts
lautlos

teilt
was am
himmel er findet
zu lauter silbrig schimmerndem
sternengefunkel

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gedanke im konzert

was wohl
geschähe wenn
die geste den
moment nicht träfe
verzögerung wäre
oder ein blinzeln
vor der zeit
winzigkeit nur
andeutend das
chaos der welt
was wäre so
schlimm daran
abzubilden reales
nur dass es
vom schöpfer
anders erträumt
also spielen wir
was geschrieben
sei es das chaos
artig gesetzt in
fünf linien

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