beobachtung

an den weidenzweigen
krallen winzige kätzchen
tragen güldene felle
schon sind bienen zur stelle
dass die zweige sich neigen
sammeln gold von den tätzchen

an der mauer ein kasten
drin ein emsiges treiben
röhren putzen die bienen
solln als kinderhort dienen
sammeln kost ohne rasten
für ein sehr langes bleiben

sag mal, bebt hier die erde?
sieh, da wackelt die krume
drunter seh ich schon spitzen
frisch und grün heraus blitzen
rate, was daraus werde:
eine bienen-naschblume!

noch ein nachtrag zum kindergedicht bei @lyrimo1

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komplize

wenn
nichts zu gehen scheint
die energie verflog
für irgendwelche taten
dann kann es sein
dass der regen
zum komplizen wird
der mit dem alibi
für bloßes existieren
ohne jegliche aktion
komplize regen
der einen raushaut
wenn
man es selbst
nicht kann
gerade

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son

rhytmus
treibt wie
die staubige hitze
auf klebender haut
füße demonstrieren
ihre autonomie von
jeglicher müdigkeit
wippen und tänzeln
einen sog der alles
mitreißt es meiner
hand leicht macht
zu greifen nach
der deinen um
zu treiben uns
treiben zu lassen
wie ein einziges
boot ruderlos
schaukelnd auf
dem rand des
malstroms bis
wir alle gründe
erreichen

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haiku No. 425

wind schüttelt zweige
die fernöstliche kirsche
winkt in zartrosé

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was ich sah

im auwald unter hohen bäumen
hocken die zarten anemonen
wiegen sich sanft als ob sie träumen
im auwald unter hohen bäumen
der frühling will nicht länger säumen
dort wo freundliche geister wohnen
im auwald unter hohen bäumen
hocken die zarten anemonen

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