abwärts

sanft geneigt
der lange weg hinab
so sacht, dass du
es kaum bemerkst
leicht scheint es
leichter als
manch anderer pfad
unablässig
verlierst du höhe
und merkst es doch
erst wenn die
lichtlos kühle
des grundes dich
frösteln lässt

© 2023, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

schnittmenge.vielleicht

manchmal
friere ich
manchmal
empfinde ich
kälte
es sind
nicht immer
die selben
momente

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bewegung

durch
die woche
kriechen
auf wunden
füßen
und
das herz
stolpert

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abend, werktags

auf dem regal
über den büchern
die uhr hackt
die zeit unerbittlich
klackend in sekunden
hetzt ihr dürrer zeiger
flüchtend im kreis
ich kenne das geräusch
auch wenn ich es
nicht hören kann
der tinnitus singt mir
von den tücken
des tages

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später heimweg

ich geh im dunkeln heim
frag mich, was ist das nur?
da ist was hinter mir
folgt jemand meiner spur?

gespannt bewege ich
mich schnell von licht zu licht
ich will den jemand los sein
doch das gelingt mir nicht

kaum tret ich aus dem hellen
hinaus in dunklelheit
da werd ich überholt
bei jedem licht erneut

als wenn ein wolf mich jagte
und zöge um mich kreise
in alptraumphantasien
erkor er mich zur speise

verfolgt mich unentwegt
ich mein ich hör mein herz
er schweigt. gleich schlägt er zu!
fast spür ich schon den schmerz

doch ich erreich die tür
das hauslicht leuchtet hell
ich trete endlich ein
und schau mich um sehr schnell

ich seh, was mich verfolgte
platt auf dem wege liegen
mein eigner schatten wars nur…
ich schließe mit mir frieden

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