anmerkung

wie ist die welt so dunkel
macht die gedanken trüb
und keine kraft, die blieb
zu sehn ein sterngefunkel

grau herrscht an allen tagen
lässt manches herz gefriern
die einsamkeit uns spürn
schwer wird es nicht zu klagen

wir sind beschwert mit bleien
und kriechen durch die zeit
sind lang noch nicht soweit
uns endlich zu befreien

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vom verlassen

irgendwann
verließ ich
mich nicht mehr
auf andere
zu oft hatten sie
mich verlassen
längst bevor ich
sie verließ
es hinge nur
von mir ab
meinte ich
und habe mich
nur noch auf
mich verlassen
ich erwartete
sonst nichts
ich verließ mich
auf mich
nicht nur ich
verließ mich
auf mich
ich verließ mich
allmählich
verließ mich
und kam mir
abhanden

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modernes übel

die
vielen worte
sätze texte
die antworten
was nutzen sie
wenn nicht ein
hören ein
verstehen sie
leitet
so viel lärm
an einander vorbei
und irgendwo im
silbenhaufen
der sinn

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erklärung

dieses dunkel
das alle räume
verschluckt und
die grenzen
dieses dunkel
vernebelt den blick
und dämmt doch nicht
den lärm
dieses dunkel
das alle dinge
überwuchert wie
eine eilige flechte
schwer
darunter noch die
sonne zu sehen

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28. dezember

das jahr wird alt
der himmel schal
die welt ist kalt
die hoffnung schmal

der himmel schal
rau weht der wind
die hoffnung schmal
die herzen blind

rau weht der wind
die liebe darbt
die herzen blind
seelen vernarbt

die liebe darbt
lass sie uns hegen
seelen vernarbt
sie netzt ein regen

lass sie uns hegen
die zart nur spross
sie netzt ein regen
das eis zerfloss

die zart nur spross
ich schützen will
das eis zerfloss
die welt ist still

ich schützen will
was blieb an glut
die welt ist still
noch nichts ist gut

was blieb an glut
die welt ist kalt
noch nichts ist gut
das jahr wird alt

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