vorstadtabend

zwischen
trüben lichtpunkten
von den laternen auf
die wege geworfen
schleicht die stille
einsamkeit verlorener
eng an die häuser gedrückt
als könnten die sie wärmen
der alte rote kater
verharrt still im
schatten eines tores
schon lang nicht
mehr verwundert
sie im dunkel zu treffen
im licht wird sie meist
unsichtbar

© 2020, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

theatralisch

eine diva
ist der mond
kokett verschleiert
nur kurze momente
den vorhang öffnend
zeigt er sein licht
das doch nicht
das seine ist
seine bühne das all
und wir sein publikum
sein falsches strahlen
im spot seiner beleuchterin
entlockt uns doch
staunen

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astronomische meldung

dass es sterne regnen werde
wenn kometenstaub streift nah
ganz nah vorbei an unsrer erde
wie man es nur selten sah

wenn kometenstaub streift nah
zieht weit oben seine bahnen
wie man es nur selten sah
kurzes leuchten ist zu ahnen

zieht weit oben seine bahnen
über grauer wolkensuppe
kurzes leuchten ist zu ahnen
unten bleibt es uns wohl schnuppe

über grauer wolkensuppe
ganz nah vorbei an unsrer erde
unten bleibt es uns wohl schnuppe
dass es sterne regnen werde

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abend, bewölkt

die wolken
hängen getöntes grau
über die häuser
darunter die nacht
nicht recht dunkeln will
stadtlichter fest
gehalten auf ihrer
flucht ins all
zurückgeworfen auf
sich selbst
erhellen den
einsamen blick auf
konturlose masse

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haiku No. 416

das taghell verläuft
am westrand des horizonts
das laute verlischt

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