raunacht-gedanken

verschließ die tür. die wilden reiter
treiben laut durch die nacht
der mond versteckt sich hinter wolken
und hat sich dünn gemacht
jetzt ist die zeit zu überdenken
was man im jahr getan
und mancher schmiedet neue pläne
was anders werden kann
verschließ die tür, entzünd ein licht
die nacht ist rau und kalt
hier ist es warm. so überdauern
die dunkle zeit wir bald
solange jeder jemand hat der
liebe gibt und grund
solang dein lächeln ehrlich blüht
ist diese welt nur wund
und noch hat auch die zuversicht
verloren nicht an kraft
so spinnen wir an der idee
die etwas gutes schafft
verschließ die tür. für eine weile
igeln wir uns ein
wir sammeln kraft. dann gehen wir
ins neue jahr hinein

© 2021, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

heilige nacht

die stadt
verstummte
in privaten
wurde es längst
gemütlich
ein gebeugter mann
mäandert einsam durch
den matschigen restschnee
zielstrebig nach irgendwo
seine besinnlichkeit
haucht er nebelnd aus
mit jedem atemzug

© 2021, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

spätabends

die kerze
wurde kurz
mit ihrer flamme
erlosch ihr
lichtes leben
vor den fenstern
legt leicht sich
weiße stille
auf das land

© 2021, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

nachthimmel

der himmel verschleiert
kein mond der da glänzt
vielleicht hat ers satt
tagnächtlich dieses elend
hat auch seine entourage
in hinterzimmer verbannt
was scheren sie die
trüben straßenlaternen
sternensurrogate!
da ist nichts das strahlt
vielleicht das eine
oder andere augenpaar
so denn ein glimmen
noch ist darunter
in den herzen

© 2021, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

samstagabend

der abend kommt, es dunkelt längst
der mond schaut etwas fade
die vorstadtfenster blinzeln müd
ich esse schokolade

die vorstadtfenster blinzeln müd
sie schlössen gern die lider
doch hinter ihrem kalten glas
ließ sich die trägheit nieder

doch hinter ihrem kalten glas
grassiert die langeweile
auf sofas sitzend schaut man film
und hat gar keine eile

auf sofas sitzend schaut man film
und schweigt sich an. gemeinsam
ist man zumindest nicht allein
und dennoch oft sehr einsam

ist man zumindest nicht allein
so kennt man kaum den andern
ich sitze ganz allein zu haus
und seh den mond beim wandern

ich sitze ganz allein zu haus
der mond schaut etwas fade
die vorstadtfenster blinzeln müd
ich esse schokolade

© 2021, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.