evergreen

[Letzte-Loch-Solo] von @ichbinlauter@nrw.sozial

da pfeift wer auf dem letzten loch
es tönt ganz leis, ich hör es doch
der wer pfeift ziemlich virtuos
so werd ich das gefühl nicht los,
dass er es öfter schon getan
ich hör mir das gepfeife an
und glaub, ich kenn die melodie
begleitet mich doch häufig sie
da pfeift wer auf dem letzten loch
und tönts auch leis, ich hör es doch…

© 2022, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

liebe und schnee

wie doch
anfangs noch
alles so leicht
schien und mild
sich legte auf
die härten
wie es sich
senkte auf alles
mit schwere belegte
was schon so schwer
trug am bloßen sein
wie es begann
aufzulösen
die konturen
irgendwann wird es
nicht mehr sein

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einem polemiker

wie schwerter
nutzt du die worte
hauen und stechen
als wären sie
geschmiedet
doch schuf sie
einst einer aus dem
irdenen grund
seines seins
formte sie behutsam
und brannte sie
sie sind spröde
zerschellen sie
verlieren sie
ihren sinn

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heimweg im advent

stille fassaden
einsamkeit tragend
aus ihren scharten
quillt ab und zu
licht sich diffus
breitend über
letzte blätter und
rinnsteindreck
die kälte kriecht
ungesehen in alle
körper und spalten
trostlosigkeit wohnt
auf vorstadtpflaster
hallt schrittweise
aus der mitte heim
abseits des glanzes
der lichter, der buden
der geräusche, düfte
der verlockungen
hüllt sich die stadt
in nüchternheit

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relikt

dein blick
ich spüre ihn noch
ernst war er
suchte griff und halt
zwang mein wollen
in die knie
schrumpfte mein sein
raubte mich mir
nicht ohne spuren
dein blick
alb dunkler stunden
ich spüre ihn noch
lange

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