launenhaft

geh ich des morgens aus dem haus
ist es noch finster und sehr kalt
und über nacht hat es geschneit
alles sieht still und friedlich aus

den ganzen tag lang im büro
hat dann die arbeit mich im griff
ob ichs beachte oder nicht
wetter ist draußen sowieso

am abend lösche ich das licht
schließ im büro die tür noch zu
trete auf glänzenden asphalt
im regen. wundere mich nicht

mehr, denn das wetter macht ja doch
stets launenhaft das was es will
wie wird es morgen früh wohl sein?
die überraschung wartet noch…

© 2021, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

wunschtraum

weiße tutus
sanft tanzend
aus winterlichen wolken
die musik dazu nur
in gedanken hören
das wäre jetzt
eine mögliche
vorstellung

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mitte januar

die
ersten tage
verliefen sich
bereits im
vergangenen
stille bedeutung
kränkelt
an fehlender
besonderheit
in zeiten da
selbst das hörbare
im lauten versinkt
die großen ziele
passen dem einzelnen
nicht
so wandern wir
durch die tage
wie die perlen
des rosenkranzes
durch großmutters
hände

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unklare analyse

der himmel krümelt wie ein altes brötchen
die woche dauerte gefühlt ein jahr
der frost beißt schwarze löcher in die nächte
und irgendwie ist nichts mehr wie es war

der mond nimmt zu und lädt uns ein zum träumen
vielleicht vom frühling, bald ist es soweit
doch ist der alltag fordernd und erschöpfend
und lässt für träume aller art nur wenig zeit

es fühlt sich an wie durch das all zu trudeln
man sieht die sterne wohl und kommt nicht an
auch kann aus seiner haut man sich nicht lösen
man braucht doch schutz, damit man atmen kann

so sinkt man gleich den weißen wolkenkrümeln
gefühlt gehts irgendwie immer bergab
vielleicht dass da ein frischer wind mal käme
den fall zu stoppen und man höbe wieder ab…

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berichte von einsamkeit

8

die unterarme
auf der theke
deren beste zeiten
niemand mehr erinnerte
verlässlich war er
jeden abend plötzlich da
nahm seinen platz ein
den niemals ein anderer
zu besetzen sich traute
saß dort schweigend
trank die biere
die der wirt ihm
wortlos herüber schob
später noch ein
zwei kurze
schwieg auch wenn
ein unwissender
ihn ins gespräch
verwickeln wollte
irgendwann später
verschwand er
zurück in seine leere
wo das gerade noch
um ihn tönende leben
seine einsamkeit
überschwieg

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