bienenleben

summend
treiben mich
meine gläsernen
flügel
summend wie ein
elektrischer motor
heben sie
treiben sie mich
voran nach futter
zu suchen in den
blüten des frühjahrs
meine zeit läuft
längst schon ab
summend jage ich
mein kind zu nähren
in der dunklen enge
der röhre vermauert
die mich entließ
wird es nichts
von seiner mutter
wissen wenn es
geboren wird
nächstes jahr

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tageslauf

morgens noch
sonnenstrahlen
im genick
stumpften dem
schneidenden wind
die klinge
dem tag wuchs ein
grauer lodenmantel
abgehängte himmel als
würden sie eine weile
ungenutzt bleiben
lachen klang fremd
eingegraben in kapuzen
trugen menschen
sparsame gesichter
abends dann
lag rosa schnee
unter dem mandelbaum
der wind mähte
mit neuer klinge
kalte tropfen aus
den wolken

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überlegung

wenn dir jemand
seine hand ausstreckt
kann er dich damit
zu fall bringen

er kann dich
aber auch halten
dann findet er
auch ein wenig
halt für sich
selbst

streckt er
seine hand aus
auf der suche
nach halt
dann gib ihm
diesen
spuren davon
werden in dir
nisten

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kranzflechterin

mit
kalten fingern
bog das mädchen
die zarten grünen
stengelchen verwand
sie zu einen reif
geschmückt mit weiß
gestrahlten winzigen
sonnen
die gerade noch
das frische wiesengrün
gesprenkelt hatten
schmückten nun den
puppenkopf

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pagurus*

der
alte panzer
wurde längst zu eng
inneres wachstum
reibt sich an den
engen grenzen wund
wüsste ich nur den
schutz einen neuen
der mich aufnimmt
ohne mich stets
zu beschränken

*pagurus ist ein einsiedlerkrebs, der hier mein impuls war

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