disconnected

die silbernen
linien die ihrem
scheitel entsprangen
wirkten ganz wie
feinste drähte
verbindungen mit
der äußeren welt
ihre enden aber
schwebten lose
im raum

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oktober-elegie

die linde trägt nun greisenhaar
dem himmel mangelt es am blau
die sonne macht sich häufig rar
die nächte sind längst nicht mehr lau

das rot der jungfernrebe blättert
auf glänzendgraunassen asphalt
und wenn die temperatur noch klettert
dann macht um die zehn grad halt

öffnet der himmel seine schleusen
will auch die katze nicht hinaus
sinnlos scheint nun die jagd nach mäusen
auch sie bleiben dann gern zu haus

die kerzenflamme müht sich redlich
sonnenersatz mir nun zu sein
ist denn ihr mühen auch vergeblich
will mich ihrer gesellschaft freun

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freitagabend

an der
abbruchkante
dieses tages
der rastplatz
der müdigkeit
in der dämmerung
flüstert die pflicht
streng und zu leise
die erschöpfung
in die tiefe starrend
fragt sich wie lang
der fall wohl
dauerte

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tagesende

der abend
legt sich dunkel
über das grelle
das laute kann er
nicht dämmen
das fußlahme humpeln
der seele verhallt
ungehört

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regengewebe

die kettfäden
leicht diagonal
den boden der
tatsachen mit den
wolken verbindend
schraffieren den
blick in die welt
daraus webt der tag
sich sein schweres
graues tuch
irgendwo der rote
faden

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