bienenleben

summend
treiben mich
meine gläsernen
flügel
summend wie ein
elektrischer motor
heben sie
treiben sie mich
voran nach futter
zu suchen in den
blüten des frühjahrs
meine zeit läuft
längst schon ab
summend jage ich
mein kind zu nähren
in der dunklen enge
der röhre vermauert
die mich entließ
wird es nichts
von seiner mutter
wissen wenn es
geboren wird
nächstes jahr

© 2021, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

beobachtung

an den weidenzweigen
krallen winzige kätzchen
tragen güldene felle
schon sind bienen zur stelle
dass die zweige sich neigen
sammeln gold von den tätzchen

an der mauer ein kasten
drin ein emsiges treiben
röhren putzen die bienen
solln als kinderhort dienen
sammeln kost ohne rasten
für ein sehr langes bleiben

sag mal, bebt hier die erde?
sieh, da wackelt die krume
drunter seh ich schon spitzen
frisch und grün heraus blitzen
rate, was daraus werde:
eine bienen-naschblume!

noch ein nachtrag zum kindergedicht bei @lyrimo1

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haiku No. 425

wind schüttelt zweige
die fernöstliche kirsche
winkt in zartrosé

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was ich sah

im auwald unter hohen bäumen
hocken die zarten anemonen
wiegen sich sanft als ob sie träumen
im auwald unter hohen bäumen
der frühling will nicht länger säumen
dort wo freundliche geister wohnen
im auwald unter hohen bäumen
hocken die zarten anemonen

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teichfrühling

ruhig ist es, der wind schlief morgens ein
aus trocknem ried schiebt sich nun frisches grün
nicht lang dann wird der igelkolben blühn
das wird den teichhühnern die kinderstube sein

ein reiher steht einsam mitten im spiegelglas
des teichs, sein bein schreibt in die fläche ringe
wie wenn bei ihm die zeit langsamer verginge
verharrt er starr als ob er längst vergaß…

die ersten bienen torkeln durch das gras
laben sich an der gänseblümchen wonnen
die zwischen halmen tupfen kleine sonnen
wo gestern noch ein kleiner krokus saß

schon hörte ich den ersten krötenlaut
das lange taglicht hat sie längst geweckt
ich sah sie nicht, sie hat sich gut versteckt
hängt perlenschnüre bald unter die wasserhaut

die amsel nimmt am ufersaum ein bad
den nackten bäumen wachsen kormorane
wie ich des sommers fülle schon erahne
der frühling legte längst dafür die saat

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