haiku No. 446

nebel füllt täler
verwischt die unterschiede
zwischen hoch und tief

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vom wetter

über den gipfeln
zogen erst schleier
wuchsen zu wolken
die bald ergrauten

zogen erst schleier
bedeckt bald die sonne
wie hinter milchglas
sah ich ihr leuchten

bedeckt bald die sonne
rötliches leuchten
kurz wo die wolken
sich noch nicht türmten

rötliches leuchten
wind wurde frischer
bauschte die wolken
helles versunken

wind wurde frischer
von weitem ein grollen
aufs unwetter warten
dort, über den gipfeln

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müder wanderelf

die
beine schmerzen
doch vom weg
bleibt was schwerer wiegt
erinnerung

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vorhersage

es rollt
auf mich zu
ich starre
paralysiert
wie es vor mir
sich aufbaut
um über mir
zusammenzuschlagen
ich fühle ich bin
die in diesen
filmen niemals
überlebt
und
ich sehe es
kommen

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heiße tage

schatten in der stadt vermisst
sonne leuchtet gassen aus
leise ächzt das mauerwerk
auf dem vorstadtpflaster staub

sonne leuchtet gassen aus
alles wasser scheint verschluckt
auf dem vorstadtpflaster staub
unter linden klebt der schuh

alles wasser scheint verschluckt
schlangen vor dem eiscafé
unter linden klebt der schuh
jedermann strebt in den park

schlangen vor dem eiscafé
dicht an dicht am badesee
jedermann strebt in den park
nur der mauersegler fliegt

dicht an dicht am badesee
sonnenbrillen, rote haut
nur der mauersegler fliegt
bis der abend kühlung bringt

sonnenbrillen, rote haut
leise ächzt das mauerwerk
bis der abend kühlung bringt
schatten in der stadt vermisst

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