feierabend

müde
die schuhe
von den füßen
streifen
die jacke
an den haken
hängen
einen tee
noch sich brühen
und ins polster
gelehnt die augen
geschlossen dem
tag nachspüren
lächelnd den hauch
spüren eines
winzigen moments
von glück

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erste herbstzeichen

tage
die sich
in der dämmerung
erst winden aus grauen
schleiern

bäume
die nun
ihre kronen runzeln
gelb strähnen und langsam
vergreisen

winde
welche nun
kalt und ruppig
blätter treiben zu wilden
wirbeln

menschen
die sich
zurückziehen in kragen
möglich das ihr lächeln
fröstelt

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44: farben (elfchenreigen)

der
wilde wein
trägt jetzt bunt
so muss er nicht
entscheiden

ich
bin oft
genau so ambivalent
drum mag ich ihn
leiden

immer
eines nur
das andere nicht?
sag, warum soll ich
wählen?

schau
doch dort
der wilde wein
will bunte geschichten dir
erzählen

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kornellen

in den sträuchern
dunkelt das rot
langsam zu schwarz
meine hand berührt
sacht nur die haut
der kirsche und
fängt sie dann im fall
weich ist das
fruchtfleisch
herbe süße
gibt kurz nach bis
auf den kern
ich beiße
eine handvoll
jeden tag auf
meinem weg gepflückt
die meisten bleiben
den vögeln

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reifezeit

der sommer
reift nun eilig
wie ein zu wild
gelebtes leben
in ein gesicht
sich einträgt
wölbt er falten
zieht klüfte
durchs grün das
längst verlor den
frischen glanz
an ein grau das
allmählich alles
überzieht mit
melancholie
bald schon wird er
ein letztes mal
in farben schwelgen
wie in erinnerung
einer fernen
jugend

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