kurzer abriss

tauchen wollt sie
in seinen gründen
wollt gern an seinem
herzschlag liegen

wollt gern in seine
blicke münden
wollt mit seinen
gedanken fliegen

wollt gern in seine
blicke münden
von allen zweifeln
sich befrein

tauchen wollt sie
in seinen gründen
traute sich nicht
und ließ es sein

© 2020, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

wunschelf

hände
sich haltend
an einander lehnen
im gleicher tonart schweigen
das!

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oktober-elegie

die linde trägt nun greisenhaar
dem himmel mangelt es am blau
die sonne macht sich häufig rar
die nächte sind längst nicht mehr lau

das rot der jungfernrebe blättert
auf glänzendgraunassen asphalt
und wenn die temperatur noch klettert
dann macht um die zehn grad halt

öffnet der himmel seine schleusen
will auch die katze nicht hinaus
sinnlos scheint nun die jagd nach mäusen
auch sie bleiben dann gern zu haus

die kerzenflamme müht sich redlich
sonnenersatz mir nun zu sein
ist denn ihr mühen auch vergeblich
will mich ihrer gesellschaft freun

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vom wege #elfchenreigen

wie
ein april
gibt sich oktober
seinem grün fehlt die
frische

der
kastanie geht
die munition aus
sie wirft nur noch
blätter

an
hölzernen stümpfen
wachsen nun hügel
bedeckt von fein gefältelten
schirmchen

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verloren

habe mich längst verloren
nun suche ich nicht mehr
mein fühlen ist erfroren
bin innerlich ganz leer

nun suche ich nicht mehr
werd mich ja doch nicht finden
bin innerlich ganz leer
an nichts will ich mich binden

werd mich ja doch nicht finden
sehn mich die andern noch?
an nichts will ich mich binden
stürz ich ins schwarze loch

sehn mich die andern noch?
mein fühlen ist erfroren
stürz ich ins schwarze loch
habe mich längst verloren

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