erste herbstzeichen

tage
die sich
in der dämmerung
erst winden aus grauen
schleiern

bäume
die nun
ihre kronen runzeln
gelb strähnen und langsam
vergreisen

winde
welche nun
kalt und ruppig
blätter treiben zu wilden
wirbeln

menschen
die sich
zurückziehen in kragen
möglich das ihr lächeln
fröstelt

© 2021, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

septemberelf

in
meiner tasche
wohnt seit heute
meines herbstes erste glänzende
kastanie

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müdes elfchen

müdigkeit
lastest schwer
deckst mich zu
und wärmst mich doch
nicht

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abendhimmel

und der mond (noch nicht halb)
grad noch war er zu sehn
irgendwie wirkt er falb
so im vorübergehn

grad noch war er zu sehn
zog dann schleier ums haupt
so im vorübergehn
und ich rate, er glaubt

zog dann schleier ums haupt
vielleicht war es ihm kühl
und ich rate, er glaubt
mir gefällt dieses spiel

vielleicht war es ihm kühl
irgendwie wirkt er falb
mir gefällt dieses spiel
und der mond (noch nicht halb)

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44: farben (elfchenreigen)

der
wilde wein
trägt jetzt bunt
so muss er nicht
entscheiden

ich
bin oft
genau so ambivalent
drum mag ich ihn
leiden

immer
eines nur
das andere nicht?
sag, warum soll ich
wählen?

schau
doch dort
der wilde wein
will bunte geschichten dir
erzählen

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