gedanken beim blick in die wolken

es wölkt
umsonst, es will
nicht wettern
obwohl der abend
es vertrüge
und so ists wie
mit vielen dingen
versprechen, die
sehr glaubhaft klingen
erweisen manchmal sich
als lüge

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tropische nacht

wo bist du, abendkühle?
kann nicht zur ruhe finden
es drückt tropische schwüle
sehn mich nach frischen winden

kann nicht zur ruhe finden
die schwüle lastet schwere
sehn mich nach frischen winden
gedanken gehn ins leere

die schwüle lastet schwere
das leben scheint zu schleichen
gedanken gehn ins leere
kein ziel scheint zu erreichen

das leben scheint zu schleichen
der durst, er wird zur plage
kein ziel scheint zu erreichen
am ende solcher tage

der durst, er wird zur plage
es drückt tropische schwüle
am ende solcher tage
wo bist du, abendkühle?

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hochsommer

der sommer schwitzt
dem himmel wachsen westlich wolkenberge
grau quellen die ehemals weißen zwerge
zur hoffnung, dass es bald regnet, donnert
und auch blitzt

jedoch ich weiß
der sommer ist ein leichtfuß, der gebrochen
so viele male schon, was er versprochen
das wolkengrau vergeht. wie tröstlich:
es gibt eis

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ambivalent

chume, chum, geselle min*
denn dich, dich muss ich lieben
ih enbite harte din
ich wär so gern geblieben
ich wollte mit dir einfach sein
suzer rosenvarwer munt
doch meine angst macht mich ganz klein
chum un mache mich gesunt
chume, chum, geselle min
ich denke es, seit ich dich sah
ih enbite harte din
doch komm mir besser nicht zu nah!

*der kusiv gesetzte text stammt aus der
carmina burana

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haiku No. 411

der tag geht zu bett
die sterne sind unsichtbar
doch ich weiß vom mond

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