haltlos

leg meine hände aneinander
zu schöpfen damit aus dem flusse
der in heißen zeiten kühlend
in kalten jedoch wärmend wirkt

zu schöpfen damit aus dem flusse
tauch ich die hände in die tiefe
mein blick folgt forschend ihren spuren
will wissen was ich greifen kann

tauch ich die hände in die tiefe
seh ich den fluss vor ihnen weichen
sind sie auch feucht wenn ich sie hebe
so seh ich doch, alles verrann

seh ich den fluss vor ihnen weichen
verwässert alle meine spuren
versuche ich etwas zu halten
ein einzig fluss die ewigkeit

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junihitze

die helle
blendet unser land
der stern hat
fast den höchsten stand
ein flirren über allem
der himmel blau
selbst vögel ruhn
glücklich, wer andres
nicht zu tun
als zu sein wo schatten fallen

der körper
giert nach jedem nass
wie gut tät
jetzt ein wasserfass!
kaum kann ich andres denken
ein seufzer
schwitzt sich durch die glut
ein regen täte wahrlich gut
dem leben labsal zu schenken

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me.di.ta.tion! #lyrimo No. 18

sitz auf ner matte
in meiner hütte
ich suche meine
innre mitte
und kann sie doch
nicht finden
gedanken kreisen
schnell vorbei
wie katzen um
den heißen brei
ich möcht sie
gerne binden
und fokussieren
auf den ort
wo ich vermute
der mitte hort
wo kann die
ruhe gründen
ich such und such
das ist zu dumm
wo treibt sich
meine mitte rum?
ich muss sie
endlich finden
sitz auf der matte
in meiner hütte
und glaub es ist
wohl meine mitte
verweht mit
allen winden…

impuls: meditation

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verstanden? #lyrimo No. 14

alles grobe tolerieren
bei andern nie geduld verlieren
pflicht zum wunschlos glücklich sein?
nein!

stetig allen recht es machen
groll stets verstecken hinter lachen
reichts, sich an andrer glück zu freun?
nein!

immer sich um alle sorgen
den eignen traum schieben auf morgen
ewig miss verständnis sein?
nein!

anderen zur seite stehen
und eigenes bedürfnis sehen
da sind ganz sicher ziele noch…
doch!

impuls: missverständnis

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moment #lyrimo No. 12

der wind weht blütenblätter von den bäumen
für einen augenblick meint man, es wäre schnee
ich liege dösend mitten im grünen kosmos
wo ich mich ganz umringt von blumensternen seh

ein kätzchen tatzt sehr tapsig nach den faltern
noch ganz umsonst, sie sind ja viel zu schnell
ein wölkchen wirft keck auf die sonne schatten
da kommt ein wind, und es wird wieder hell

und noch viel mehr. er trägt der rosen düfte
zu mir und kitzelt wohlig meinen sinn
das ist die zeit in welcher ich am liebsten
über den ganzen tag in wald und wiese bin

impuls: zurück zur natur

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