maireim

schneidend kalte lüfte
rütteln an den linden
graue wolkenklüfte
ziehn mit rauen winden

schon ist april gegangen
der himmel verliert tränen
der mai hat angefangen
ich fühle sommersehnen

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ferne.nähe

nein
ich war nicht
vor der tür
(ich bin ja brav)
war nur ganz kurz
nicht bei mir
als ich ihn traf

ist
er auch jetzt
weit von hier
schien er doch da
kamen ja seine
worte mir
unendlich nah

nein
ich war nicht
vor der tür
einsam zumut
dann rief er an
sprach mit mir
und es war gut

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beschreibung

und manchmal hat der schlaf schon längst begonnen
wenn man noch gar nicht sich zu bett begab
die müdigkeit zieht ständig uns hinab
die leichtigkeit zu zähem leim geronnen

schlafwandelnd zieht man dann durch seine tage
und kommt am ende irgendwie auch an
doch wollte man das wie erkunden, man
bekäm ganz sicher keine antwort auf die frage

und so vergeht die zeit, nicht wahrgenommen
wie auch? alles erstickt im täglich grauen brei
erschöpfung bremst das vorwärts schwer wie blei
was treibt, ist hoffnung alldem zu entkommen

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elegisches pantun

die nacht ist schwarz
kein stern zu sehen
ich sitze schweigend
im dunklen zimmer

kein stern zu sehen
die kerze züngelt
im dunklen zimmer
tanzende lichter

die kerze züngelt
wie auch gedanken
tanzende lichter
die schnell verschwinden

wie auch gedanken
schwer oder flüchtig
die schnell verschwinden
gefühl verletzlich

schwer oder flüchtig
ich sitze schweigend
gefühl verletzlich
die nacht ist schwarz

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schneckschreck

ein schneck wurd wach
in seinem haus
fühlerte raus
denn da war krach

ein amselhahn
machte krawall
mit starkem hall
der schneck sodann

war irritiert:
sollts lenz schon sein?
ich schlief so fein
hab nichts gespürt…

er dachte nach
wenn ich ihn fragt
der kalender sagt
sah hin. und ach

es war noch zeit
der winter da
wenn auch nicht weiß
der lenz war weit

entfernt. und nun
verzog der schneck
ins letzte eck
sich um zu ruhn

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