krähen

in den bäumen
sprießen gewächse
aus schwarz und grau
spät am morgen
in nebeln verschwommen
mit der welt nur
zu ahnen in ihren
herben gesängen
sichtbar im fahlen
erst wenn es hellt
herrscher der winterwinde
zwischen den grauen
schichten der welt
ob sie die farben
vermissen?

© 2020, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

haiku No. 417

nach dem regenguss
unter den ahornbäumen
schmatzt das gold wie watt

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draußen #lyrimo No. 19

ums haus streifen die rauen winde
den kragen hoch und weiter gehen
die hände suchen taschenwärme
ums haus streifen die rauen winde
lassen die laubteppiche wandern
die der november ausgebreitet
ums haus streifen die rauen winde
den kragen hoch und weiter gehen

impuls: “triolett” zum november

alle texte lest ihr hier: lyrimo november 2020

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nebel

die nebelzungen kriechen aus den wiesen
sie lecken über felder wald und wege

sie saugen aus der welt die letzten farben
und dunkler wird die welt durch graubeläge

es ist fast so als höre man durch watte
wie wenn die sinne lahm es einem lege

auch die gedanken schleichen durch die tage
beschweren dass der frohsinn uns errege

das licht wird rar, um uns die welt wird kälter
so bleibt mir nur die flucht in innere gehege

auch wenn er dämmt, der nebel kann nicht wärmen
doch ist er wert, dass ich mit reimen ihn belege

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verwandlung

die vögel suchen wärme längst im süden
das laub vergilbte und ging auch auf reisen
nun nisten wieder misteln in den zweigen
wo über nacht die nebelkrähen reifen

das laub vergilbte und ging auch auf reisen
als der oktoberwind die blätter trieb zum tanze
wo über nacht die nebelkrähen reifen
die grauen schwaden kriechen über wege

als der oktoberwind die blätter trieb zum tanze
schlossen die jacken sich und auch die türen
die grauen schwaden kriechen über wege
die sonne tastet zaghaft letzte früchte

schlossen die jacken sich und auch die türen
nun nisten wieder misteln in den zweigen
die sonne tastet zaghaft letzte früchte
die vögel suchen wärme längst im süden

insp. by @apathytheatre

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