bienenleben

summend
treiben mich
meine gläsernen
flügel
summend wie ein
elektrischer motor
heben sie
treiben sie mich
voran nach futter
zu suchen in den
blüten des frühjahrs
meine zeit läuft
längst schon ab
summend jage ich
mein kind zu nähren
in der dunklen enge
der röhre vermauert
die mich entließ
wird es nichts
von seiner mutter
wissen wenn es
geboren wird
nächstes jahr

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tageslauf

morgens noch
sonnenstrahlen
im genick
stumpften dem
schneidenden wind
die klinge
dem tag wuchs ein
grauer lodenmantel
abgehängte himmel als
würden sie eine weile
ungenutzt bleiben
lachen klang fremd
eingegraben in kapuzen
trugen menschen
sparsame gesichter
abends dann
lag rosa schnee
unter dem mandelbaum
der wind mähte
mit neuer klinge
kalte tropfen aus
den wolken

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beobachtung

an den weidenzweigen
krallen winzige kätzchen
tragen güldene felle
schon sind bienen zur stelle
dass die zweige sich neigen
sammeln gold von den tätzchen

an der mauer ein kasten
drin ein emsiges treiben
röhren putzen die bienen
solln als kinderhort dienen
sammeln kost ohne rasten
für ein sehr langes bleiben

sag mal, bebt hier die erde?
sieh, da wackelt die krume
drunter seh ich schon spitzen
frisch und grün heraus blitzen
rate, was daraus werde:
eine bienen-naschblume!

noch ein nachtrag zum kindergedicht bei @lyrimo1

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haiku No. 425

wind schüttelt zweige
die fernöstliche kirsche
winkt in zartrosé

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was ich sah

im auwald unter hohen bäumen
hocken die zarten anemonen
wiegen sich sanft als ob sie träumen
im auwald unter hohen bäumen
der frühling will nicht länger säumen
dort wo freundliche geister wohnen
im auwald unter hohen bäumen
hocken die zarten anemonen

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