dürre

staubig
die wege
die wiesen gelb
an den distelstauden
lässt sich ein
lebenslauf lesen
vom ersten zyklam
zum leuchtenden pinsel
der bald schon seine
gebleichten kinder
entfliegen lassend
zur strohfeurigen sonne
sich wandelt im staub
unter unserem
glühenden
stern

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hitzetage

diese tage
brennen die welt
wandeln grün
in gelb und braun
schüren durst
angst und zorn
lassen das denken
stolpern im
kriechgang
atem schöpfen
mit aller kraft
und salzhaut ganz
ohne meer

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fünfunddreißig grad celsius

der wind
hat aufgefrischt
ein lauwarmes gebläse
der abend trägt
schweren grauen loden
darunter die erde
schwitzend stöhnt
dürre lässt die
eschen gilben
über verbranntem gras
warten auf wandel
zeit für regentänze

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im auge des zyklons

wo
ich bin
ist stille
bewegt kein
atemhauch die
starre allen seins
was
ich sehe
ist das kreisen
strudelnder bewegung
um meinen ort
tosen und donnern
auftürmen und zerfließen
was
ich fühle
ist unberührtheit
und die vage möglichkeit
erfasst zu werden
vom steigen und
vergehen

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abgereist

und dann
blieb der himmel
leer
sie zogen fort
den beginn vom
ende des sommers
anzeigend
ich vermisse
ihre schrillen rufe
wenn sie durch
die luft schnellten
haken schlagend in
wildem spiel
es ist als sei
das leben gewichen
aus den vorstadthöfen
und der himmel
leer

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