umbruch

durch
landschaften
voll von goldgelben
teppichen schritten wir
neblig weich sprechend
über den verfall
der welten ohne ein
hoffen auf einen
frühling für die
unsere

© 2020, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

22. oktober

die tubenreste
reichen noch für
farbige tupfer
lernen das fliegen
in den süden
scheint wieder option
kann bunt sein oder
grau wabert wieder
durch niederungen
hallt krächzen

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oktober-elegie

die linde trägt nun greisenhaar
dem himmel mangelt es am blau
die sonne macht sich häufig rar
die nächte sind längst nicht mehr lau

das rot der jungfernrebe blättert
auf glänzendgraunassen asphalt
und wenn die temperatur noch klettert
dann macht um die zehn grad halt

öffnet der himmel seine schleusen
will auch die katze nicht hinaus
sinnlos scheint nun die jagd nach mäusen
auch sie bleiben dann gern zu haus

die kerzenflamme müht sich redlich
sonnenersatz mir nun zu sein
ist denn ihr mühen auch vergeblich
will mich ihrer gesellschaft freun

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regengewebe

die kettfäden
leicht diagonal
den boden der
tatsachen mit den
wolken verbindend
schraffieren den
blick in die welt
daraus webt der tag
sich sein schweres
graues tuch
irgendwo der rote
faden

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tintlinge

zarte lamellen
verschwinden in
einer masse
bedrohlicher schwärze
feinen konturen
verlaufen ins
tintige
alles wirkt
wie ein blick
durch die glasigen
augen des sommers
auf sein eigenes
ende

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