unklare analyse

der himmel krümelt wie ein altes brötchen
die woche dauerte gefühlt ein jahr
der frost beißt schwarze löcher in die nächte
und irgendwie ist nichts mehr wie es war

der mond nimmt zu und lädt uns ein zum träumen
vielleicht vom frühling, bald ist es soweit
doch ist der alltag fordernd und erschöpfend
und lässt für träume aller art nur wenig zeit

es fühlt sich an wie durch das all zu trudeln
man sieht die sterne wohl und kommt nicht an
auch kann aus seiner haut man sich nicht lösen
man braucht doch schutz, damit man atmen kann

so sinkt man gleich den weißen wolkenkrümeln
gefühlt gehts irgendwie immer bergab
vielleicht dass da ein frischer wind mal käme
den fall zu stoppen und man höbe wieder ab…

© 2021, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

intermezzo

der himmel
hängt tief im land
windspiele versuchen
bäume zu versetzen
sähen leichtfüßige
weiße tänzerinnen
die ins geäst
sich krallen
morgen bringt ein
neuer tag alles
ins fließen

© 2021, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

abendschnee

abend überzieht längst die stadt
der himmel streut leichte stille
das sorgenvolle verschwindet
was unsere träume beschwerte

der himmel streut leichte stille
kleine elfen in weißen tutus
was unsere träume beschwerte
wird sanft gebettet und ruht

kleine elfen in weißen tutus
sammeln sich zu weichem teppich
sanft wird gebettet und ruht
was wir loslassen können heut nacht

sammeln sich zu weichem teppich
flocken, jeden laut verschluckend
was wir loslassen können heut nacht
verwischt alle seine konturen

flocken, jeden laut verschluckend
das sorgenvolle verschwindet
verwischt alle seine konturen
abend überzieht längst die stadt

© 2021, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

vorstadtabend

zwischen
trüben lichtpunkten
von den laternen auf
die wege geworfen
schleicht die stille
einsamkeit verlorener
eng an die häuser gedrückt
als könnten die sie wärmen
der alte rote kater
verharrt still im
schatten eines tores
schon lang nicht
mehr verwundert
sie im dunkel zu treffen
im licht wird sie meist
unsichtbar

© 2020, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

theatralisch

eine diva
ist der mond
kokett verschleiert
nur kurze momente
den vorhang öffnend
zeigt er sein licht
das doch nicht
das seine ist
seine bühne das all
und wir sein publikum
sein falsches strahlen
im spot seiner beleuchterin
entlockt uns doch
staunen

© 2020, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.