suche

so nur mit mir
bin ich allein
still ist es hier
schön könnt es sein

bin ich allein
such ich nach mir
schön könnt es sein
fänd ich mich hier

such ich nach mir
bei andern auch
fänd ich mich hier
nur schall und rauch

bei andern auch
findst du mich nicht
nur schall und rauch
im grellen licht

findst du mich nicht
still ist es hier
im grellen licht
so nur mit mir

© 2021, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

beobachtung

an den weidenzweigen
krallen winzige kätzchen
tragen güldene felle
schon sind bienen zur stelle
dass die zweige sich neigen
sammeln gold von den tätzchen

an der mauer ein kasten
drin ein emsiges treiben
röhren putzen die bienen
solln als kinderhort dienen
sammeln kost ohne rasten
für ein sehr langes bleiben

sag mal, bebt hier die erde?
sieh, da wackelt die krume
drunter seh ich schon spitzen
frisch und grün heraus blitzen
rate, was daraus werde:
eine bienen-naschblume!

noch ein nachtrag zum kindergedicht bei @lyrimo1

© 2021, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

was ich sah

im auwald unter hohen bäumen
hocken die zarten anemonen
wiegen sich sanft als ob sie träumen
im auwald unter hohen bäumen
der frühling will nicht länger säumen
dort wo freundliche geister wohnen
im auwald unter hohen bäumen
hocken die zarten anemonen

© 2021, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

gleichnis

es war da mal die freche maus
die ständig stritt und manchmal biss
sie hatt meist ärger, und so riss
sie eines tages schließlich aus

so wollte sie allem entfliehn
dacht nicht daran sich selbst zu ändern
viel lieber wollt sie weiter schlendern
weil das viel einfacher ihr schien

so lief die maus tagaus tagein
benahm sich schlecht und lief dann fort
sie kannte bald schon jeden ort
und konnte nirgends lange sein

bis eines tages plötzlich stund
etwas im wege ihrer flucht
und sie verzweifelt ausweg sucht’
ihr wurde klar, die erd ist rund

als die barrieren sie erkannt
da waren sie ihr sehr vertraut
die hatte sie einst selbst gebaut
und war vor ihnen weggerannt

die erd ist rund, so ist es klar
egal wie schnell du laufen kannst
du irgendwann dorthin gelangst
wo deiner fluchten anfang war

© 2021, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

ver/lime/rickt

bin den weg nicht gegangen zwei tage
ganz verändert scheint heute die lage
alle welt scheint viel grüner
die magnolie wird kühner
ob der frost noch mal kommt, bleibt die frage

dicht geduckt unterm zaun stehen trauben
hyazinthen die ganz ernsthaft glauben
wenn sie sich genug recken
sie die sonne erwecken
gurrend lästern ein paar ringeltauben

elstern streiten um die besten plätze
weidenkätzchen tragen güldene schätze
ein schnecke schaut aus
ihrem häuschen heraus
spinnen knüpfen zartseidene netze

stare stochern durch vorstadtrabatten
bärlauch duftet im auenwalschatten
und die sonne hat kraft
die veränderung schafft –
wenn die wolken es einmal gestatten

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