im auge des zyklons

wo
ich bin
ist stille
bewegt kein
atemhauch die
starre allen seins
was
ich sehe
ist das kreisen
strudelnder bewegung
um meinen ort
tosen und donnern
auftürmen und zerfließen
was
ich fühle
ist unberührtheit
und die vage möglichkeit
erfasst zu werden
vom steigen und
vergehen

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tagtraum

ich schneide
im schlanken leib
durch den schilfsaum
still
nur das leise ploppen
der abfallenden tropfen
von den paddeln
und ab und an
ein vogelruf

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ambivalent

chume, chum, geselle min*
denn dich, dich muss ich lieben
ih enbite harte din
ich wär so gern geblieben
ich wollte mit dir einfach sein
suzer rosenvarwer munt
doch meine angst macht mich ganz klein
chum un mache mich gesunt
chume, chum, geselle min
ich denke es, seit ich dich sah
ih enbite harte din
doch komm mir besser nicht zu nah!

*der kusiv gesetzte text stammt aus der
carmina burana

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schneckendasein

ich
strecke mich
den rücken immer
an der wand
ich mache
meine fühler lang
ich bin neugierig
will doch
meinesgleichen
treffen will
wissen will
erkunden die welt
ich will
berührt werden
doch
berührst du mich
werde in meinen
gängen ich
verschwinden

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mopsiges

zwischen lauter spielenden mopsen
seh einen dackel ich hopsen
ich glaube, ich weiß
was er vorhat ist heiß
denn er will nur die leckerli mopsen

insp. von @dastwort:
Das tägliche Wort: “mopsen”

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