herbst-elegie [2]

nun ist es herbst und es zu leugnen zwecklos
der wind wirbelt konfetti durch die welt
aus buntem blattwerk, das den bäumen ausgeht
überall wandel, wo ist was, das hält?

um mich herum scheint alles zu vergreisen
das grau nimmt zu am himmel und auch hier
nicht wenig menschen scheinen zu vereisen
verschließen sich sowie ihr herz und ihre tür

noch kann ich mich ergötzen an den farben
und freu mich über jeden sonnenstrahl
versuche meine glut mir zu bewahren
denn ohne sie wird mir das leben schal

ich bin auf suche, schaue nach gesichtern
in welchen wärme ich doch zu erkennen glaub
denn ist es herbst und es zu leugnen zwecklos
ich fühl mich haltlos wie das bunte laub

© 2021, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

vom wege

wo etwas war
blieb es nicht
windbewegte
wanderungen
die geranien
ebenerdig nun
die gerade noch
blüten im
dritten stock
zwischen wirbeln
aus tropfen
blättern gedanken
papier wanderte
vor dem wind
verloren bäume
ihre gliedmaßen
pfützen spielten
sturmflut

© 2021, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

sturmwarnung

der beletage fehlte heute
schon nachmittags das sonnenlicht
der himmel trug längst strubbelkopf
durch denn kaum noch ein lichtstrahl bricht
die bäume wiegten ihre kronen im
sog des des rauen böenlaufs
das ist das vorspiel erst zum tanz
der wind bekommt noch mehr gewicht

es regnet blätter allerorten in
allen tönen gelb, braun, rot
rechtzeitig noch nach haus zu kommen
scheint nun das wichtigste gebot
wer weiten weg noch hat, beschleunigt
unweigerlich jetzt seinen schritt
fühlt man doch sicherheit im warmen
wenn einem so ein herbststurm droht

© 2021, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

haiku No. 432

wo rosen geblüht
trägt des herbstmorgens nebel
leuchtrote perlen

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haiku No. 431

längst floh dieser tag
wolken verhängen die nacht
irgendwo der mond

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