II.

tot
alles
leblos nur
noch nacktes
sein
zweifel
überlebende
gefühlsratten
ernähren sich
auch vom geringsten
undenkbaren

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I.

einen
himmel nur
einen
anders als dieser
hoch und weit
eisig funkelnd
über dem kalten
fahlen weiß
um unserer
wärme

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sichtweisen

am
boden zu sein
heißt vielleicht
gestrauchelt oder
verletzt zu sein
erschöpft oder
zermürbt sich
zu fühlen
und
eben auch
dass die erdung
noch besteht

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gedanken | lauf. #lyrimo No. 30

startnummer?
sitzt
achtung jetzt
gleich…
jetzt. los!
los, rhythmus

zwei kilometer
gut läufts

ohh! durst
noch 500 meter

sonne kommt
bin ich eingecremt?

zehn
prima!
prima?

mist, stein
im schuh

wo sind die
vor mir?
dann eben
allein

ich hasse
bananen!

zwanzig
jetzt bloß keinen
krampf

orrh, da wächst
ne blase

ich hasse
bananen!

sonne knallt
ich möchte
ans meer

dreißig
atmen…atmen

durst
warum tue ich
mir das an?

fünfunddreißig
atmen und
vorwärts
mehr nicht

mist
ein krampf
at.men
at.men

acht
und
dreiß…

ich hör auf
wiebitte?
wie bitte?

vier

zig

alles
ein
schmerz

vor
wärts
vor

da!
noch
zwei
hundert
meter
das wird
nun ganz
leicht

impuls: minimalistenmarathon

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blackbox. #lyrimo No. 29

ist es
das wort das
dir nicht einfällt
ist es
verblasstes erinnern
ist es
ein gedanke der
unvollendet blieb
ist es
rücksicht
(ganz gleich auf wen)
ist es
eine dich
verzehrende sehnsucht
oder ist es
vielleicht
kaltschweißige angst
was du nicht sagst
können nur
wenige hören
und zuweilen
frisst es von innen
dich leise nagend
leer

impuls: et cetera

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