versuch über das alleinsein

allein sein
das kann gut sein
wenn einer selbst
sich entschied dafür
allein sein
bei sich sein
einfach sein können
das kann gut sein
allein sein
auf das eigene
sein zurück geworfen
das kann schwer sein
zu ertragen
und doch
im alleinsein
schreit die einsamkeit
zuweilen nicht so
laut

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grauer reim

es gibt graustreifige tage
grad am himmel wie auch im gemüt
über eins davon kann man murren
dieweil man das andre nicht sieht

gegen eines kann man sich rüsten
mit kleidern, wärme und licht
das andre klebt fest an der seele
auch mit spachtel entfernst du es nicht

vielleicht denkst du, das ist nur getue
weil nicht wahr ist, was du nicht gesehn
halt einfach den mund und sei stütze
es braucht zeit, und es wird auch vergehn

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Abgang

die freude war dann ausgegangen
sie bräuchte einmal von mir frei
hat ihr kostüm fein aufgehangen
wo es hinge bis zurück sie sei

nun sitze ich in meinem zimmer
und denke ob des vorfalls nach
sinnier und habe keinen schimmer
worans der freude wohl gebrach

als ob sie oft im stress gewesen
denke ich mit und ich brumme laut
da blieb viel zeit zum warten, lesen…
nein, eher ist es wohl bore out

da sitz ich nun, im trüb gefangen
die zeit vergeht mit dunklem ton
die freude ist mir ausgegangen
das war vor vielen jahren schon

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elegie

das jahr wird alt
sein haar von laub
wird schütter
der tage licht verlor
den warmen ton
die tage magern ab
die nächte sind
mir mir bitter
die helligkeit
vermisse ich
nun schon

das jahr wird grau
wenn all die
farben schwinden
wenn hier und da
auch noch was
buntes blickt
sie reisen
mit den rauen
tollen winden
auf ihre letzte
reise nun geschickt

das jahr wird alt
wolken und
nebelbänke
sinds die der
sonne nun den
blick erschwern
ich muss mich fügen
in die düstren tage
und warten auf der
hellen wiederkehr

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oktoberabend

durch die dunklen vorstadtgassen
streift ruppig wild der herbstwind
als kenne er längst alles enden
durch die dunklen vorstadtgassen
fliehen meines kopfes gedanken
bleiern unter lächelnder maske
durch die dunklen vorstadtgassebn
streift ruppig wild der herbstwind

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