kurze betrachtung

am docht tanzt leis das feuer
im lufthauch, der sacht weht
es ist mir nicht geheuer
wie doch die zeit vergeht

im lufthauch, der sacht weht
sitz ich beim flämmchen, starre
wie doch die zeit vergeht
derweil ich still verharre

sitz ich beim flämmchen, starre
lass die gedanken fliegen
derweil ich still verharre
fällt mancher und bleibt liegen

lass die gedanken fliegen
es ist mir nicht geheuer
fällt mancher und bleibt liegen
am docht tanzt leis das feuer

© 2020, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

paralysis

die gründe
schwanken
unmöglich
zu stehen
aufrecht fest
fehlt die
balance
leise windet
die schlange
sich empor
angst als
exoskelett

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aufbruch

irgendwann
war er aufgebrochen
erinnerte den
moment nicht als
es begann fast
unmerklich riss
die hülle weitete
den spalt dem sein
inneres entquoll
sich ergoß ins
unendliche momente
lang schon ist es
dass er aufbrach
nun wartet er
dass es
heilt

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bleiern

auf dem
boden stehend
habe ich den grund
längst verloren
das gewirr der gefühle
schweigt mich an
im spiegel sehe ich
ein gefrorenes lächeln
erschöpfung wandelt alles
zu zähem honig
angst nagt beständig
an der sehnsucht
was tuts da schon
dass die erde
sich dreht

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beschreibung

die angst ist
kein tropisches gewächs
sie gedeiht überall
wird zuweilen gezähmt
oft gefüttert und
einfach ausgesetzt
die angst ist
kein tropisches gewächs
sie kann überall nisten
am liebsten im
herzen

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