dilemma

es
ist nun doch
der frühling
gekommen
die luft ist
lind und weich
die tür bleibt
angelehnt
dass man auch
gefunden wird
ohn hindernis
dahinter sitzt
die einsamkeit
die neugier
zügelnd strengen
blicks
wie soll die
sehnsucht da
sich trauen
hinaus

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berichte von einsamkeit

18

als
es klingelte
schlug sie
die augen auf
über ihr
im halbdunkel die
holz decke von der
farbe des tanzbodens
damals als sie mit hans
das erste mal ausging
sie erinnerte seinen
gebrochenen arm nach
dem fest seinen schmerz
spürte sie als sie
unter dem klingeln
zusammenzuckte
warum sie hier lag
konnte sie nicht erinnern
nur rühren mochte sie
sich nicht spürte den
schmerz im arm der jener
von hans war oder ihrer
sie antwortete nicht auf
das rufen an der tür
es war nicht hans
der hatte meist nur
schweigend geschaut
sie schied ihren
schmerz nicht mehr
von seinem damals
das klingeln verhallte
als dann die tür
geöffnet wurde hörte sie
es nicht mehr

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lange her

was liebe
für mich ist?
na sie stellen
vielleicht fragen!
was ist sie mir…
zuweilen
eine erinnerung
an ein gefühl
der leichtigkeit
und der tiefe
des überschwangs
und des ernstes
ach! und des mutes
ja den brauchte
es wohl auch
zuweilen
die erinnerung
wärmend kurz
bis sie wieder
ins dunkle
taucht

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irrfahrt

zwischen
den welten
pendeln
jeden tag
aufs neue
lavieren in
den fahrrinnen
des lebens
gelegentlich
für das eigene
ein anderes halten
ständig auf reede
der heimathafen
nirgendwo

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schwund

alles scheint
grad zu schwinden
zuerst
die gewissheiten
das sichere gefühl
und der mut danach
die dicke der haut
die farben der welt
die offenheit wie
auch die zuversicht
alles schwindet
und ich?
sehenden auges
löse ich mich
langsam auf in
verschwinden

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