abend

das
spärliche sonnengold
des tages versickerte
im horizont
die wolken vergrauten
und dunkeln den abend
an den rand eines
viel zu spät
morpheus sucht den
richtigen namen an
den klingelschildern
ich warte noch

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erdung

mit dir
sitzen im
zwielicht des
schrumpfenden tages
gelehnt an einander
berührung im
unendlichen
schweigend
stunden
lang

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traum

leise
gluckst das
flache wasser unter
dem schaukelnden kahn
auf seinem grund
lässt sich gut träumen
der blick ins blau
den tandems der
azurjungfern folgend
begrenzt vom flüsternd
sich wiegenden röhricht
durch das ein wind
ungestühm streift
traumort früherer sommer
diese sehnsucht
zurückzukehren
zeit wärs

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haiku No. 408

der milde regen rauscht
wie klar der amsel gesang
nun dem laub entschlüpft

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nachtwach

das dunkel
für den blick
undurchdringlich
wie der schwarze tann
aus den märchen
der kindheit
hocken im ungewiss
wünschend sich an
hundert andere orte
still erstarrt
lauschend einzig dem
unheimlichen knacken
schleichender gedanken
im unterholz

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