vom wetter

der abendhimmel türmt skulpturen
aus weißem dampf und färbt sie grau
der wind weht sie noch ziemlich lau
gemächlich über stadt und fluren

der stoff wird dichter, der bedeckt
des einst noch klaren himmels blau
ich schaue hoch, weiß nicht genau
was in den wolkentürmen steckt

ich mal mir aus was wohl passiert
kommt blitz, kommt donner, hagelschlag?
der wind, der noch nicht stürmen mag
hat derweil alles fein planiert

nun ziehn die wolken abgeflacht
(nichts von skulpturen mehr zu sehen)
kann irgendwann zu bette gehen
es bleibt wohl ruhig heute nacht

© 2021, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

volle wucht

wie
gischtige brecher
schlagen weißblühend
die prachtspieren
über die schartige
backsteinmauer
darunter glutnester
vom klatschmohn
hände gleiten über
mannshohes gras
der wind trägt
wildrosendüfte

© 2021, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

vom tage

juni kam
mit einem hauch
von sommer
heller wurden
die langen tage
blüten quellen
durch hecken
und die langen
beine des korns
lerchensang und
gabelschwänziges
kreisen im blau
meine leichtigkeit
die suche ich
noch immer

© 2021, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

zwiespältig

siehe
die stadt
füllt mit leben
wieder jüngst verwaiste adern
lärmend

© 2021, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

verwirrung #lyrimo No. 31

ach puck
wem tröpfeltest du
das magische wasser
auf die augen
war es doch jener nicht
der nun sie verfolgt
den sie begehrte
welche verwirrung unter
dem vollen bleichen mond
in oberons reich
tummeln die geister sich
vom übermut geschlagen
unter der schlangenkönigin
strenggütigem blick
und wussten wir nicht
ohne seinen monströsen
kopf längst schon
dass dieser oder jener
ganz sicher ein esel ist?
wenn es nur immer
so leicht wäre
die augen zu öffnen nach
tiefem traumhaftem schlaf
und alles hätte ein
gutes ende

impuls: “sommernachtstraum”

alle texte lest ihr hier: nutze die möglichkeiten

© 2021, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.