einem polemiker

wie schwerter
nutzt du die worte
hauen und stechen
als wären sie
geschmiedet
doch schuf sie
einst einer aus dem
irdenen grund
seines seins
formte sie behutsam
und brannte sie
sie sind spröde
zerschellen sie
verlieren sie
ihren sinn

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heimweg im advent

stille fassaden
einsamkeit tragend
aus ihren scharten
quillt ab und zu
licht sich diffus
breitend über
letzte blätter und
rinnsteindreck
die kälte kriecht
ungesehen in alle
körper und spalten
trostlosigkeit wohnt
auf vorstadtpflaster
hallt schrittweise
aus der mitte heim
abseits des glanzes
der lichter, der buden
der geräusche, düfte
der verlockungen
hüllt sich die stadt
in nüchternheit

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dilemma

die wochen
vollgestopft
mit den deadlines
des alternden jahres
das kurze hell
der tage wie der
kegel der taschenlampe
macht einzelnes sichtbar
nie aber das
ganze

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beunruhigt #stalywo No. 6.1

wie ich den lauf der welt mir so beseh
beschwert ein riesenstein mir die gedanken
ein tanz auf dem vulkan scheints mir. und jäh
kann alles kippen, spür ja längst das wanken
die kalte schlange angst hängt mir am großen zeh
und ich beginne schon an ihrem gift zu kranken
bewohnte ich doch nur ein eignes schneckenhaus
ich schlösse zweimal ab und schaute nie mehr raus

das ist ein zweiter beitrag zum impuls angst beim #stalywo

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zeitwunden

stetig
tröpfelt das gift
verbrennt die ränder
zerspleißt die tage
in fetzen in krümel dann
zu staub zuletzt fällt
so die zeit aus
dem rahmen der
lang schon nichts
mehr ist als hohle
phrase

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