eingestallt

ein kaninchenstall
geteilt in kleine buchten
scheint das denken
ewig gleich
hausen wie
hinterm licht vor
den gittern
die gedanken
neben einander im alltag
man weiß von einander
und doch keine begegnung
eine neue generation
aus diesem und jenem
frisch die welt
zu erobern
wird daraus
nicht

© 2021, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

frage dieser zeit

diese tage die
nichts sein lassen
ohne es zu prüfen
zu hinterfragen
die beschweren
dass man nicht mehr
zu trauen sich traut
wann begann das
wann ging die
leichtigkeit
des einfach seins
verloren

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beschreibung

tage
wie pfade im nebel
an steilen hängen
tastend nach
gründen schrittweis
verblasstes gefühl
für auf und ab
das ziel verliert
die kontur
nur weg hier
weg

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das große rauschen

gespräche
überall gespräche
man redet
man redet viel
man redet unablässig
doch wer hört zu?
und wer will antwort
will frage will
widerrede?
gespräche als
hintergrundrauschen
unterhaltsam (vielleicht)
oder eine strieme im
geist hinterlassen
wie das geräusch
eines tropfenden
wasserhahns

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im museum

es ist zeit
für betrachtungen
die länger währen
als unser sein
blicken zu folgen die
tiefer gehen als
die hunderten
insta-klicks
eines flüchtigen
nachmittags
es ist zeit
zu erkennen wie
das bild entsteht
im kopf in begriffen
strich auf strich
mit dem pinsel
empfunden
es ist zeit
störungslos zu
gleiten über flächen
in fluchten und
perspektiven
bleib ruhig noch
es ist zeit
genug

impuls: “palais de rohan. zur mittagszeit”, copyright silvia springorum 2014

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