abendreim

mag mich nun nicht mehr bewegen
still sein will ich, in mir ruhn
der tag verschliss in all dem tun

mag mich nun nicht mehr bewegen
zahle matt dem tag die spesen
erinnre, wie es heut gewesen

mag mich nun nicht mehr bewegen
will nur meine sehnsucht hegen
mich ganz in deine hände legen

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zur nacht

der tag ging, und der mond macht halbe sachen
ein scherenschnitt die linde vor dem haus
im hof gespräche, ab und zu ein lachen
die laue nacht lädt ein sie zu durchwachen
doch bald schon gehn die letzten lichter aus

durchs dunkel kommt längst morpheus in die räume
er schenkt den müden schwere für die nacht
verteilt noch allerlei verschiedne träume
streift leis beim abschied raschelnd durch die bäume
dann fällt uns letztlich doch des schlafes macht

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grille

wann hatte
sie begonnen die
nacht zu zersägen
musizierte ohne
spot und aussicht
auf tantiemen
sommertinnitus
säg nur noch
ein wenig
an der nacht
meinen traum
lass mir
ganz

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abendgewitter

gewandet
in grau der
hitzige tag
blitzt müde in
die dämmweung
einzweimalnur
begehrt er auf
wie ein trotziges
kind das nicht
schlafen will
eingelullt vom
sanften raunen
des leichten regens
hält das leben
inne

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senryū No. 120

wenn alles abfällt
am ende eines tages
bleib hängen bei mir

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