nachtgedanken eines misanthropen

ach könnt ich doch spazieren gehen auf dem mond!
mich störte niemals jemand, weil dort niemand wohnt
kein mensch wollte noch etwas von mir wissen
und ich, ich müsste niemals andere grüßen
das wär doch mal ein leben das sich wirklich lohnt.

© 2019, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

……………………..voller mond……….

wie eine
warmherzige
amme das gesicht
über der wiege neigt
einen beruhigenden singsang
mit den lippen formend | schau
hinauf | so scheint uns der
runde mond | vielleicht
ist es genau das was
mich geborgenheit
fühlen lässt

© 2019, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

halbmond nach dem regen

in einer pfütze sieht der mond
noch einen, der dort scheinbar wohnt
und glotzt zurück

der sieht genau so aus wie er!
er fragt sich, obs ein zeichen wär
von großem glück

denn wie dem andern fehlt ihm was
der andre hat grad eben das:
das gegenstück

gleiches gesellt sich gern und oft
meint nun der mond gewitzt und hofft
und träumt verzückt

© 2019, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

nun denn

eine stunde
eine stunde die
nirgends fehlte
gab es doch genug
von jenen die
sich in leere
verliefen

© 2019, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

abendghasel

längst ging die sonne schon nach haus
der mond watet im wolkensee

er sieht noch etwas mager aus
und kickt mit seinem rechten zeh

schwungvoll und ernsthaft gut gelaunt
die wolkenwatte fast wie schnee

betrachtet dabei sehr erstaunt
mein schmunzeln, als ich ihn anseh

wir zwinkern beide einvernehmlich
proste ihm zu mit meinem tee

huldvoll nickt er zurück, weil nämlich
er weiß, dass ich nun schlafen geh

© 2019, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.