eiszeit

wie mich heute abend friert
und kein ofen kann mir helfen
wenn der sonnig bunte herbst
einen winter nun gebiert

eine dämmerung von zeiten
die das herz gefrieren lassen
die zermürben tag für tag mich
in den eignen einsamkeiten

erliegen wir den illusionen
scheinbarer gemeinsamkeiten
weckt jedoch die falsche wärme
nur schrecklichere dämonen

© 2017, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

am ende

ausgeleert
einer halb
aufgerollten tube
gleich fühle ich
die kraft die
mir fehlt am
ende des tages
strecke ich
mich ächzend aus
mühsam

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klage

die abende sind dunkel
das jahr wird langsam alt
da sitze ich nun drinnen
allein, und mir ist kalt

der tee wärmt nur gering mich
es flackert kerzenlicht
das strahlen deiner augen
ersetzt mir beides nicht

und auch genau so wenig
das lasten deiner hand
auf meiner, die darunter
ein sichers obdach fand

als du damals gegangen
nahmst du die wärme fort
kälte schlägt mein Herz nun
und jeden andern ort

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haiku No. 335

wirf den schleier ab!
dein silbernes rund, o mond,
weckt mir die träume

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dem mond

sag
fürchtest du dich?
was hängst du
am dachfirst
wie nachbars junge
sehnsüchtig die
heurigen äpfel
im blick
komm
lass los deinen halt
schwing dich zur höhe
ich will träumend
aufschauen
zu dir

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