haiku No. 373

mondlicht am himmel
künder von eisiger nacht
und von der sonne

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kreislauf

als das wort ging
blieb nur schwere
als er fortging
wuchs die leere

und sie weinte
hob die hände
denn sie meinte
es wär das ende

konnt nur bangen
fühlt sich müde
erst nach langem
kam der friede

trauen wollt sie
lang sich nicht
mühsam nur wuchs
zuversicht

fort irgendwann
trauer und zorn
beim nächsten dann
alles von vorn

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vom wind

rauer geselle
tobt durch die
häusercanyons
zaust was beweglich
und streift das feste
treibt wolkenkolonnen
voran unerbittlich
dem tropfenfall
schräge verleihend

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wirklichkeit und ideal

wie der winter graubehangen
aus den tiefen himmeln tropft
hör nur wie sein kalter knöchel
hart an unser fenster klopft

weiter südwärts ist es anders
weiß wird dort die welt verhüllt
legt stille schwer sich auf die erde
radiert konturen aus dem bild

ja der schnee gehört zum winter
doch zuviel sollt es nicht sein
ein feiner teppich allerorten
bei leichtem frost und sonnenschein

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reisebericht

als ich
in mich ging
sah ich mich
um und fand
was ich fand
wenig aufgeräumt
manches war klar
anderes verschüttet
unter halbvergessenem
reise zum mittelpunkt
des seins ein stolpern
über erfahrungswurzeln
verletzungsschutt und
eingestaubte gefühle
auf kante gelegt
einige noch mit der
appretur des ungebrauchten
als ich in mich ging
sah ich mich um und fand
was ich fand ganz
wohnlich

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