lungenkraut

wie schnell
sie zu erschüttern ist
reicht doch ein
kleiner wind sie
zittern zu lassen
fragiles wesen
einer ballerina gleich
die ansetzt zur pirouette
ihre blätter streckend
ein wenig über den
trockenblättrigen grund
ein fragiles rührmichnichtan
zart errötend in
ihrer jugend entfaltung
wird sie stärker
mit jedem tag
dunkelt die erfahrung
ins blaue changierend
sie bleibt schön in
der veränderung zeigend
wo sie ist auf
ihrer lebensreise
wie ein in weishheit
gealterter mensch

© 2023, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

seufzer

was sind
die tage lang
wie diese netze
die durch befüllen
erst sich dehnen
gutes passt hinein
und das schlechte
auch
einiges fällt
durch die maschen
weniges ein
verlust

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gedanken im konzert

wie sie doch
verschieden sind
während die bässe
noch locker an den
sitz gelehnt dösen
nur um kurz vor
dem auftakt sich
aufzurichten für
ihr spiel
steht die harfe
einer soldatin
gleich aufrecht
im klang ihrer
spielerin zugeneigt
lehnt sie sich dann
behaglich zurück

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rauer abend

durch die
straßen der vorstadt
treibt ruppiger wind
drückt sich gegen
ächzende bäume und
in die ecken der höfe
ein suchender der
selbst niemals weiß
was er finden will

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nachthimmel

über
schwarze stille
schreiten weißlich
dumpfe watteschafe
grasen in sternen
ziehen davon
dazwischen wächst
silbrig ein
mond

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