bläulicher reim #sammelstelle

als sie sich begegneten
war es pfeilgrad ihr blick
der strahlend ihn gefangen nahm
er schaute lang zurück

augen wie vergissmeinnicht
niemals vergess ich die
so er zu seinen freunden sprach
er schwebte wie noch nie

sie hatten eine gute zeit
waren zuerst verliebt
dann wurde eine liebe draus
wie es sie manchmal gibt

und immer wieder tauchte er
in ihren blauen blick
was brauchte es vergissmeinnicht
sie schwammen ja im glück

an einer stelle irrte er:
das faszinöse blau
war nicht das des vergissmeinnichts
das weiß er längst genau

ihm ists egal, er liebts ja doch
wurscht, wie das blümchen heist
das blau, das ihn einst derart fing
gehört dem ehrenpreis

impuls: schreibt ein frühlingsgedicht, in dem die farbe blau eine rolle spielt!

alle texte lest ihr hier: sammelstelle für poetische momente

© 2025, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

eloge auf einen winzling

blüh wie
das veilchen im moose*
und lass dich bloß nicht darauf ein
dich zu vergleichen mit der rose
ja, sie ist groß. und du bist klein

du blühst schon wenn der frost noch zwickt
du zarte fee im blauen kleid
ich seh dich, lächle weltentrückt
du zeigst mir ja, es ist soweit

es ist erst märz, zur rosenblüte
braucht es noch ein ganzes weilchen
auch wenn sie sich noch so mühte…
du bist einzigartig, veilchen

* aus einem alten stammbuchspruch

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märzreimerei

gelber stern und blauer stern
die dolden der kornellen
die knospen sehe ich sehr gern
an frühlingsmorgen schwellen

in den sträuchern um mich rum
lärmt eine spatzenbande
hör ich nicht erstes hummelbrumm?
bald summts um ganzen lande

die sonne gibt sich schon viel müh
mit warmem strahl und helle
doch manchmal neckt das wetter sie
mit schneematsch auf die schnelle

wenn dann der weiße blütenschnee
sich legt auf kahle bäume
die amsel singt zur matinee
erfülln sich frühjahrsträume

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abendreim

der regen hängte perlen auf
in winternackten zweigen
am abend im laternenlicht
da wollen sie sich zeigen

am abend im laternenlicht
ging langsam ich nach hause
es kam die nacht, des tages end
vom tagwerk eine pause

es kam die nacht, des tages end
müdigkeit mein begleiter
ein blick ins glitzernde geäst
stimmte mich dennoch heiter

ein blick ins glitzernde geäst
beschwingt wurde mein schritt
das bild vom perlenglitzern
nehm in den traum ich mit

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kind.nachtwach

ich frage mich
ob du schon schläfst
es ist schon dunkel
draußen
ich bin noch wach
fürchte die monster
die unter betten
hausen
noch nie hab ich
dort nachgeschaut
weil ich mich doch
nicht traue
doch wenn ich groß bin
wirst du sehn
wie ich den spuk
verhaue!
du schläfst wohl schon
ob du was träumst?
ich fühlte mich
geborgen
wenn du hier wärst
und wir ezählten
geschichten bis
zum morgen…

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