Auf See

– Achtzehnter Eintrag –

Der Wind frischt auf
drängt stärker ins Tuch
legt die Mastbäume schräg
verwandelt das Deck in
eine gischtnasse Rutschbahn
In seiner Gesellschaft
die Wolkenbank die
drohend sich anschleicht
und das Meer schwärzt
Die Böen zerfetzen die
Rufe der Mannschaft die
sich zum Halsen noch immer
behände auf Deck bewegt
Langsam dreht der Schoner
richtet den Rumpf auf
Ein gleichmäßiges Heben und
Senken löst das Schlingern ab
Segel werden gerefft
Enden aufgeschossen
Aufatmen in der Ruhe
bevor der Wind zu
toben beginnt

© 2013, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

Auf See

– Siebzehnter Eintrag –

Ein Geräusch bohrt
sich in meinen Traum
öffnet mir die Augen
ich starre in
die Finsternis und
höre den Schiffsrumpf
ächzen unter der Last
des Takelwerks
Meine Koje rollt
mich durch die Dünung
keinen Halt findend
wie mein Blick der
vergeblich ins
Dunkle tastet
Ich lausche dem
Stöhnen des Rumpfes
dem Schlagen
der Spieren
dem Klatschen
des Wassers
bis mich der
nächste Glasenschlag
wieder in den Schlaf
läutet

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