regentag

aus
den wolken
spinnen sich
feine fäden
windgetrieben
der erde zu
ihr glanz
zu geben

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schatzsuche

im unterholz
der wortstämme
die verzweigend
sich aufbäumen
bis in die lichte
ihrer spitzen
im unterholz
verloren im schatten
des vergessens nach
schönheit suchen
um sich zu wappnen
gegen all die kalten
hochglanzwörter
ohne halt

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im wandel

die winde flüstern, es sei herbst
hoch aufgetürmt fliehn wolken fort
im park setzen sich schwarze krähen
ins grüne zwischen gelben blättern

hoch aufgetürmt fliehn wolken fort
seltener seh ich blauen himmel
ins grüne zwischen gelben blättern
hoch ragt ein tapfrer löwenzahn

seltener seh ich blauen himmel
die lindenkronen werden schütter
hoch ragt ein tapfrer löwenzahn
pilze nun öffnen ihre schirme

die lindenkronen werden schütter
licht fällt spärlich wie durch spitze
pilze öffnen nun ihre schirme
es ist ganz gleich ob regen fällt

licht fällt spärlich wie durch spitze
bald schon auf ganz kahle äste
es ist ganz gleich ob regen fällt
ich such die wetterfeste jacke

bald schon auf ganz kahle äste
im park setzen sich schwarze krähen
ich such die wetterfeste jacke
die winde flüstern, es sei herbst

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kleiner tod. freitags

hinter
der ziellinie
liege ich
erschöpft
vom langen lauf
durch die woche
ich liege
bewegungslos
wie bleibeschwert
müdigkeit schließt
mir die augen
mein gesicht deckt
dunkelheit

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haiku No. 451

auf meinen wegen
erste raschelnde blätter
gelbrandig und rot

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