freitagabend

an der
abbruchkante
dieses tages
der rastplatz
der müdigkeit
in der dämmerung
flüstert die pflicht
streng und zu leise
die erschöpfung
in die tiefe starrend
fragt sich wie lang
der fall wohl
dauerte

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tagesende

der abend
legt sich dunkel
über das grelle
das laute kann er
nicht dämmen
das fußlahme humpeln
der seele verhallt
ungehört

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regengewebe

die kettfäden
leicht diagonal
den boden der
tatsachen mit den
wolken verbindend
schraffieren den
blick in die welt
daraus webt der tag
sich sein schweres
graues tuch
irgendwo der rote
faden

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tintlinge

zarte lamellen
verschwinden in
einer masse
bedrohlicher schwärze
feinen konturen
verlaufen ins
tintige
alles wirkt
wie ein blick
durch die glasigen
augen des sommers
auf sein eigenes
ende

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vom wege #elfchenreigen

wie
ein april
gibt sich oktober
seinem grün fehlt die
frische

der
kastanie geht
die munition aus
sie wirft nur noch
blätter

an
hölzernen stümpfen
wachsen nun hügel
bedeckt von fein gefältelten
schirmchen

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