kind.nachtwach

ich frage mich
ob du schon schläfst
es ist schon dunkel
draußen
ich bin noch wach
fürchte die monster
die unter betten
hausen
noch nie hab ich
dort nachgeschaut
weil ich mich doch
nicht traue
doch wenn ich groß bin
wirst du sehn
wie ich den spuk
verhaue!
du schläfst wohl schon
ob du was träumst?
ich fühlte mich
geborgen
wenn du hier wärst
und wir ezählten
geschichten bis
zum morgen…

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verloren

ach lass
doch die vergangenheit
sagst du
ich weiß wie
es sich anfühlt
zu lieben
schon immer
wusste ich es
es war immer da
das gefühl
geliebt zu werden
vergaß ich längst
und die gewissheit
geliebt zu sein
verlor ich wie
meine murmeln
in kindertagen

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ich bin [I]

ich bin schnee
ich möchte fallen
windgetragen
leichtgefühlig
entgegen den
festen gründen
ich bin kühl und
doch auch weich
decke graues zu
für eine zeit schön
im licht flacher
sonnenstrahlen
ich bin vorübergehend
zerfließe bald wie
deine erinnerung
an mich

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berichte von einsamkeit

27

sehnsucht
das war es wohl
sehnsucht war was
sie fühlte
die augen
geschlossen
saß sie und
forschte in
ihren gefühlen
um sicher zu gehen
während diese
eine frage in
ihr wuchs
wonach sie sich
eigentlich sehnte
hatte sie es
doch längst
vergessen

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frau holle ist einsam

an
ihrem fenster
weit droben
in ihrer welt
in die man
fallen muss
steht die alte dame
lang schon hatte sie
niemenden mehr
zu gast
am fenster
schon lang kein
bettzeug geschüttelt
dort also
hoch droben
steht sie
träumt von mahlen
mit goldmarie
vor sich das brett
denn dünnen teig
schabend in eine
handvoll zarter
flocken

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