treibgut

in der dünung
wogen im bewusstsein
des eigenen rhythmus
der abgeschunden
in der kreuzsee starb
gefühlte bewegung
unklar wer sie vollzieht
mitschwimmen bis zum
spülsaum eines strandes
vielleicht auch bis
zum zerschellen am
kliff

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haltlos

sie
sie fühlte
sie fühlte sehnsucht
nach einem halt
sie fühlte
sehnsucht wie jemand
der schiffbruch erlitt
und im spülsaum des
wilden meeres trieb
den wellen ausgesetzt
sie fühlte
sehnsucht nach
festem stand auf gründen
nach ankunft und frieden
sie fühlte
diese sehnsucht
und sah diese
große welle sich
ihr entgegenwälzen
in sich die angst
diese welle würde
sie unweigerlich
in die tiefe
ziehen

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megaptera* #sammelstelle

klein bin ich
unter den anderen
die mit mir
die welt durchstreifen
leicht bin ich
unter den großen
die mich begleiten
in den tragenden wassern
der weiten ozeane
groß bin ich
für euch und schwer
und unter den meinen
muss ich noch wachsen
um schritt zu halten
wenn sie rufen mit
den gesängen die immer
ein wenig schwermut
zu tragen scheinen
in den meeren wo
ich auf meine mutter
warte die heimkehrt
zu mir aus der
schwärze der
tiefe

*megaptera ist ein buckelwal

impuls: medientransfer
samuel barber: adagio for strings op. 11

alle texte lest ihr hier: sammelstelle für poetische momente

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landgang #ftx3424

die admiralin kori ander
war meist auf krawall gebürstet
brachte alles durcheinder
jeder wusste, kori dürstet
nach ner schlacht wie bei trafalgar
weil das eindeutig ihr fall war

also ließ sie segel hissen
brachte die flotte raus aufs meer
doch dieses ließ den gegner missen
wo man auch suchte war es leer
im schwalbennest sah man sich wund
es gab wohl großen seglerschwund

und sie befuhren alle ecken
dieser so kugelrunden welt
doch auch im allerkleinsten flecken
hatt man das kriegführn abbestellt
sie führt‘ die flotte an die pier
denn niemand brauchte sie noch hier

*
frau kori ander sitzt im garten
sie ist nun längst schon in pension
und züchtet kräuter aller arten
ihr lieblingskraut, dass kennt ihr schon
und siehts nicht wie ein dickschiff aus?
so träumt sie sich aufs meer hinaus…

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verloren

von
der see her
das geräusch
zerschnittener wellen
gut lag der schoner
im wind
felsen und vögel
waren längst
außer sicht
als ich merkte
dass da niemand war
außer mir allein
kein leichtmatrose
kein bootsmann
und kein kapitän
ich griff das ruder
und wusste nicht
den nächsten hafen
ich hielt das schiff
im wind kurs unbekannt
bis ich entkräftet
einschlief
unruhig mich wälzend
wie das krängende
schiff

als ich erwachte
war da kein schiff
zerwühlt meine
bettstatt
und der kurs
nicht klar

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