abendreim

der mond liegt
heut gebettet
auf einem wölkchenvlies
als sollte
dies ihn wärmen
der nachtfrost ist doch fies!
noch reicht nicht
tages wärme
die die sonne hinterließ
die dämmrung
läßt schon frieren
streut raureif auf die wies
den dann der
mond versilbert
aus seinem wolkenvlies
wenn wir längst
warm gebettet
schlafen und träumen süß

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fehler im ablauf

grad erst zum mensch gewachsen strebt auf seinem pfad
ein jeder seinem platze zu im hamsterrad

dann eilt er eifrig los und schuftet strebt und hofft
aufs steigen seines glückssterns um ein grad

er strebt und steigt und strebt wieder und steigt
auf den blanken tritten hier im hamsterrad

er hat ideen und erfindet sich stets
neu
und wird befördert, zeigt er doch format

er beißt sich fest, plant ständig neue schritte, sieht
seinen weg der den konstanten trend nach oben hat

und kommt in stress. er schwitzt, keuchend in atemnot
wähnt sich doch schon so weit auf seinem pfad

als er zusammenbricht, stockts einen augenblick
man schaut kurz auf und murmelt: ‚ach wie schad!‘

und haargenau am ort wo er es einst bestieg
spuckt es ihn einfach wieder aus, das hamsterrad

er kann die lehre nicht mehr ziehn,
dass innen nur
das rad viel ähnlichkeit mit einer leiter aufwärts hat

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vom nieseln

draußen raunt es in die nacht
dem wolkengrau entkommt ein nieseln
ich schließ die augen, und es klingt
wie der fall von kleinen kieseln
wie heimelich es drin doch ist
wenn draußen kleine tropfen rieseln!
ich stell mir vor, dass eifrig sie
reinigend durch die lüfte wieseln
es macht mich froh. und schläfrig auch
höre ich dieses leise grieseln
es bringt mir schlaf in frischer luft
von mir aus kann es weiter nieseln…

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30. dezember

die sonne hat den himmel
grad noch mal leergefegt
was will sie uns beweisen?
glaub ja, dass sie erwägt
uns milde nun zu stimmen
weil sie damit belegt
das jahr wäre gewesen
von schönem nur geprägt
und doch war da so vieles
was man nur schwer verträgt
ach leuchte, heimatstern, nur
für den, der gutes hegt
erfreue mich am hellen
werd ungern reingelegt
ich sehe licht und dunkel
und alles, was bewegt
ein flugzeug zieht ein weißes
band etwas angeschrägt
hinter sich hoch im himmel
den du so schön gefegt

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bedeckt

einsam kann freitagabend sein
das wochenende bricht herein
heut war ein regnerischer tag
grauschwere wolken zogen ein
sie waren leck und liefen aus
verdunkelten den sonnenschein
nun dämmert langsam schon die nacht
und endlich hält der regen ein
die müdigkeit ist längst mein gast
doch fürcht ich, ich schlaf schwer nur ein
fühle mich einsam, seh ich nicht
des mondes silbrig hellen schein

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