märzreimerei

gelber stern und blauer stern
die dolden der kornellen
die knospen sehe ich sehr gern
an frühlingsmorgen schwellen

in den sträuchern um mich rum
lärmt eine spatzenbande
hör ich nicht erstes hummelbrumm?
bald summts um ganzen lande

die sonne gibt sich schon viel müh
mit warmem strahl und helle
doch manchmal neckt das wetter sie
mit schneematsch auf die schnelle

wenn dann der weiße blütenschnee
sich legt auf kahle bäume
die amsel singt zur matinee
erfülln sich frühjahrsträume

© 2025, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

beobachtung

der frühling naht in wellen
nach winterling und schneeglöckchen
blühn krokus und kornellen

die sonne kann schon wärmen
und hoch im kahlen baumgeäst
hört man die vögel lärmen

noch frostig sind die morgen
doch mittags kann das sonnenwarm
für offne jacken sorgen

was kommen nun für zeiten!
bald wird sich üppig blütenpracht
über das land ausbreiten

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avis

grünes
schiebt durch die
aufgebrochene krume
in seinen spitzen
schwellen schon
die weißen blüten
bereit den rahmen
zu sprengen im
allernächsten
sonnenstrahl

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abendschnee

da
schweben sie
auf den grund
landen gefühlt
trippelnd auf haut
und lautlos auf
dingen und wegen
wo sie in der menge
verschwinden
aber vorher
wirbeln sie sacht
im weißen tutu
zwischen himmel
und erde
haben ihren moment
im hellen kegel
der laternen
ballerinen für
einen fall

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elegie #sammelstelle

die augen lechzen sehnsuchtvoll nach farben
die nebelschleier ihnen vorenthalten
das dumpfe schleicht sich tief in die gedanken
als stünde alles still und blieb beim alten

ich kann mich selbst zur sehnsucht nicht erwärmen
als wäre jede zukunft hoffnungsloser traum
käm doch die sonne endlich die natur zu wecken
welch zeichen wär das erste grün am baum!

dann könnte vielleicht zuversicht auch sprießen
dass was da kommt für uns zu schwer nicht wäre
mut würde durch die adern wieder fließen

wenn man erinnerte, das nichts für ewig währe
man richtete sich auf, begriffe seine größe
während melancholie im morgenlicht zerflösse

impuls: medientransfer
samuel barber: adagio for strings op. 11

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