vom sonnenlicht

wie es durchwoben von ersten zartgrünen fäden
im lenz uns lockt die wunder zu bestaunen
die nach den kalten tagen brechen aus duftender krume

später gleißt es dann unsere schweifenden blicke verengend
von oben herab sengend das überbordende grün
lässt das land flimmern in gaukelbildern von wassern

legiert seinen glanz dann später im laufe des jahres
mit rötlichem kupfer in die bilder wärme zu tropfen
und verschleiert ihn dann neblig grau verweisend auf endlichkeit

wird dann rar. zeigt sich nur selten an kurzen tagen
überlässt uns dem tröstlichen flackern wächserner surrogate
füllend die speicher nicht enden wollender sehnsucht

© 2018, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

veränderung

das licht
wird weicher
verändert farben
zaubert neue
die extreme
räumen den platz
dem gemäßigten
auf langen wegen
ziehen die vögel
etwas endet
etwas beginnt
als hätte der
herbst ein
lenz werden wollen
so viel ähnlichkeit
im verschiedenen

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haiku No. 363

sanft streicht kühle
über verschlafene haut
augustmorgenkuss

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verlauf

als wäre da ein fremder draht
den heimlich angeklemmt man hat
zieht nur ganz wenig energie
stetig aus deiner batterie
du merkst es kaum, fühlst müde dich
und irgendwann dann reicht es nicht
mehr für ganz alltägliche dinge
als wenn ein gummiseil dran hinge
das dich in der bewegung hemmt
als sei die ganze welt verklemmt
und irgendwann ist sie dann leer
die batterie. nichts regt sich mehr
das laden ist sehr kompliziert
nur selten wird es akzeptiert
dass die maschine abgeschmiert

so wirst du gern dann aussortiert

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sommer 2018

das land
üppig einst
rollt das grün ein
räudige flecken
entlebt

hoffnung auf regen
ist zerschmolzen
träge suche um schatten
zu finden kühlen hauch und
eis

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