ein weg

in kriechgang
die zeitwüste durchmessen
der alltägliche sand
körnt zwischen allen
bewegungen bremst
auch den griff nach
der oase die nie
näher zu kommen scheint
und im grellen flirren
des tagwerks schließlich
doch zerfließt

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unmerklich

tage
erschütternd ruhig
keiner der ein
müssen ausruft
die uhr taktet
die zeit umsonst
der genuss lungert
still wartend herum
unmerklich fuhr
der zug los
immer hinab hinab
immer weiter
und draußen
im vorbeiziehen
verschwimmen
die träume

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von füllständen

jeder tag ist offen wie ein krug
und am morgen leer, dass man ihn füllt
hat man ihn am abend voll genug
wird der durst des lebens gestillt.
einer schenkt wasser, einer schenkt wein
tagtäglich sich ein.
(aus: kurt demmler: wasser und wein)

und da
tropft es
und sprudelt
und es fließt
und es strömt
aus meinen händen
dem herzen auch
in allerlei gefäß
zu füllen es mit
labe und sinn
und abends wenn
dürstend ich
meinen krug mir
an die lippen hebe
rieselt daraus der
trockene staub

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verlust

es
war schön
sagte ich
und du
lächeltest
und du schautest
mir nach als
ich ging
und ich lächelte
winkte im gehen
sonne schien
auf dein lächeln
und ich ging
schwerelos fast
und ich merkte es nicht
als ich auf dem weg
mein lächeln
verlor

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es ist nämlich so

du
bist da
hast dich in
den skaphader
gezwängt für
deine mission
schrittst mutvoll
aus zum start
der dich erhob
weg vom boden
der tatsachen
eiltest
ein held
deine mission
zu erfüllen
nun kreist du
um meine kapsel
bis dir der atem
knapp wird
ich kann sie
nicht öffnen
sehe dir zu
bei deinem kreisen
inmitten all der
anderen

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