spreewald, dezember

im hafen
die kähne wartend
in kalten winterwassern
auf bessere zeiten
wie der sommer
sie hatte
vielleicht ein februar
dessen raureif die
schwarzdunklen erlen
versilbern kann

© 2024, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

heimweg

kalte finger
die sich zu
verkürzen suchen
in ärmelhöhlen
der kälte zu
entkommen
während die füße
klamm und unverdrossen
über den nächtlichen
glanz regenfeuchten
asphalts den körper
heimwärts tragen
später dann daheim
die tasse heißen kakaos
wärmt hände und sinne
die füße gehen
leer aus

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herbstabend

nacht
gleichmacherin
lichtlos
haltlos für
augenblicke
fehlen kanten
und kontraste
kommen hervor
nur wo einer
ein licht
sticht ins
tuch aus
schwärzestem
grau

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bei kerzenlicht

das flämmchen
tanzt
mit sich allein
sanft kreiselt es
auf spitze
nach einer musik
die es wohl tief
in sich trägt
ich schaue ihm zu
staune und weiß doch
mit ihm tanzen hieße
verbrennen

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verabredung

regungslos
den kragen aufgestellt
tief in den taschen
des alten mantels
wärme suchend
steht er
fahl sein gesicht
mit dem dunklen blick
mustert er das pflaster
in das der regen
dunkle flecken wirft
feuchte kälte hüllt
alles hüllt auch ihn
in reglosigkeit
wartet er still
die tür bewegt ihn
sich öffnend dem
jungen der ihm freudig
in die arme fliegt
später schreiten dann
zwei menschen würdig
gemeinsam in ihren
nachmittag

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