mutter

wie du doch
kleiner wist
jedes jahr mehr
ein wenig
gebeugter ein
wenig weniger leicht
wie dein leben
kleiner wird
jedes jahr mit
den letzten malen
die immer auch
erste sind und
fremd sich anfühln
so wie du jetzt
des öfteren
fremd dich fühlst
in der welt die
die du anders
erinnern willst

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verortung

auf
sich selbst
zurückgeworfen
nah dran an den
verlorenen träumen
bleibt nur
das bündel zu schnüren
für die suche nach
festen gründen

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achtunddreißig

für philipp

es kam
die zeit da
du auf mich herab
schauen konntest
das tatst du nicht
ein einzges mal
lang vorher schon
begann ich zu dir
aufzuschauen
voller stolz
du bist gewachsen
in allem und
mit dir mein
herz

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achtundachzig jahre

darinnen
wohnt ein leben
das anders sich anfühlt
als das früherer zeiten
es wurde fragil
seine weisheit verletzlich
schrumpft und verkleinert
verengt auch zuweilen
und es behauptet doch
sein recht und
sein dasein

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kleiner abriss

da leben zwei seit vielen jahren
gemeinsam nebeneinander her
wie es begann erinnern beide
wie es bis hier kam, doch längst nicht mehr

es schien doch eben erst gewesen
als sie sich trafen jung und leicht
und wann gab es nur jenen kippunkt
wenn das gefühl des schwebens weicht?

sie kennrn an sich alle macken
längst stört was damals amüsant
manchmal erhellt sie ein erinnern
was einst man an einander fand

ertragen stoisch beider leben
beinah wie ochsen unterm joch
halten sich für stark verbunden
wähnen sich glücklich, leiden doch

sie liefen ja nicht auseinader
gewohnheit ist ein starkes band
nur manchmal missen sie die liebe
die einst still unbemerkt verschwand

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