mitgift #lyrimo No. 16.1

was ich
einst mitbekam
an linnen und
anderem hausrat
(praktisches für
die gute zukunft)
stapelt sich in
der alten truhe
und im küchenschrank
ich nutze es
zuweilen für
meine zwecke
das andere
unsichtbare
das in keinem
schrank wohnt
das andere trage ich
stets bei mir
und oft lastet
es schwer

impuls: mitgift

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sie feierte nicht

dieser tag
hatte seine
wichtigkeit
vor langer zeit
verloren
eine von mutter
ihr angeheftete
schuld trennte
ihn von der freude
von der eigenen
bedeutung
und so war er
immer wieder
einer von jenen
an welchen sie
sich abschaltete
vom fühlen
sich (und allen) ihre
bedeutsamkeit versagte
und doch war gerade
diese ihr sehnlichster
wunsch

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abschied

für philipp

als wir
aus der umarmung
uns lösten
legte die sehnsucht
die welt schon
in schatten
die gedanken als
trauriger film
den man erleidet
im hoffen aufs
happy end

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geschichte

im tosenden meer
der unwägbarkeiten
sucht er nach
der sicherheit
seines selbst
vor jahren schon
ging sie über bord
als er schwimmen
noch nicht konnte
er wäre ihr sonst
vielleicht gefolgt
es war nur ein
moment der vater
vom kurshalten abhielt
und mutters sinn stand
nach klar schiff
also war es wohl
nicht so wichtig
nun treibt er mit
gebrochenem ruder
eine kleine hoffnung
mühevoll vor winden
und gischt bewahrend
auf einen platz
zum ankern

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dreiunddreißig jahre

meinem sohn

nein
da war
kein plan
da war erst
auch zweifel
war ich meiner
doch selbst
nicht sicher
und es war
innehalten
hinein horchen
kennenlernen
und wachsen
gemeinsam
als du dann
deinen eigenen
atem schöpftest
blieb ich die
ich war und
wurde doch mehr
(vorher wusste
ich nichts
von liebe)
wir wachsen
aneinander
wir sind
noch immer auf
dem weg

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