herbstankunft

er hat den teppich ausgerollt
als wollte er ganz leise treten
im fahlen taglicht schimmert er
in rötlich braun, orange und gold

ganz schütter ist der linde haupt
die amseln zogen längst schon aus
es weht durch die leere beletage
der grünen vorhänge beraubt

der hof, bewegungslos, bleibt still
die wolken liegen auf den dächern
noch ist es nicht so richtig kalt
das wetter launisch wie april

doch bis zum frühjahr ist noch zeit
für nebel, schnee, eisige winde
die kahl ertragen muss die linde
bevor ihr wächst ein frisches kleid

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klage

die abende sind dunkel
das jahr wird langsam alt
da sitze ich nun drinnen
allein, und mir ist kalt

der tee wärmt nur gering mich
es flackert kerzenlicht
das strahlen deiner augen
ersetzt mir beides nicht

und auch genau so wenig
das lasten deiner hand
auf meiner, die darunter
ein sichers obdach fand

als du damals gegangen
nahmst du die wärme fort
kälte schlägt mein Herz nun
und jeden andern ort

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neuer abschnitt

der september ist noch frisch
er hat sich eingeschichen
zuvor schied mit tamtam august
er ist nicht gern gewichen

er färbte früchte, laubwerk auch
warf sonne und auch regen
er lebte stürmisch und verschwand
september trat verlegen

(so schien es mir) sein amt nun an
behutsam kühl und leise
ich hoffe sehr, dass er so bleibt
ein künstler, leicht und weise

wenn ihm die sonne assistiert
wenn er die welt in herbst verhüllt
bleibt wärme in erinnerung
orange, gelb und braun gefüllt

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verwunderung

so zeitig schon dunkelts
ich schaue verwundert
zeigt doch mein kalender
es ist eben August

ich schaue verwundert
war das schon der sommer?
es ist eben August
und ich denk an november

war das schon der sommer?
als die sonne uns wärmte…
und ich denk an november
ziehe höher die decke

als die sonne uns wärmte
es ist eben august!
ziehe höher die decke
und so zeitig schon dunkelts

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suche

ich hätte gern gefunden
meinen platz in der welt
ich wäre gern verbunden
gäbs da was das mich hält

meinen platz in der welt
wie ersehn ich den fund
gäbs da was das mich hält
könnt ich ankern im grund

wie ersehn ich den fund
endlich sein, endlich sinn!
könnt ich ankern im grund
in dem wissen, ich bin

endlich sein, endlich sinn…
ich wäre gern verbunden
dieses wissen,ich bin
ich hätt es gern gefunden

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