an culex pipiens #sommer-schreib-bingo 2017

dicht
ganz dicht an meinem ohr
hör ich dein gesummtes lied
du nutzt geschickt des abends dunkel
dass man dich bestimmt nicht sieht
zwischen der dämmerung geräuschen
mach ich dich meist gar nicht aus
doch kaum ists still, höre ich dich
und mir wird klar, was folgt daraus:
dich hör ich summen. deine schwestern
jedoch bleiben unbemerkt
landen still, und nur ein pieken
kündet – autsch! – von ihrem werk
morgens dann beseh ich staunend
meine nachts geschlagen wunden
überall an meinen wänden
finde ich die satten runden
nachtarbeiterinnen, die mein blut
doch nur saugen um zu sichern
ihre umfangreiche brut
ich verstehe das prinzip
du sorgst für das wesentliche
ich bewundere die natur
doch dann jucken meine stiche…

4. versuch imsommer-schreib-bingo 2017 von @schreib-t-raum

…die ode an die mücke, die mir gerade im spreewald wieder arg zusetzte…

julireim

der sommer wandelt sich allmählich
der glanz verschwand aus all dem grün
hinein gießt sich manch gelber ton
frische ist nur noch illusion
bevor die regen weiter ziehn

© 2017, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

vermutung

wie das
glüht und graut
und sich drohend
zusammenbraut
wie es flackert
und grollt
wieder sonnig
die augen rollt
dann wiederum
sich windet
nie im gleichmaß
sich findet
womit scheinbar das
wetter uns in atem hält
ist doch schon längst
das schlingern dieser
unsrer welt

© 2017, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

poem [antriebsgemindert]

juni. ich fühl novemberzeiten
allein den sommer fühl ich nicht
gleichwohl dies an der hitze leiden
gleichwohl mich blendet hell das licht

allein den sommer fühl ich nicht
die müdigkeit hält mich ganz fest
gleichwohl mich blendet hell das licht
mich nichts den bau verlassen lässt

die müdigkeit hält mich ganz fest
gar nichts ermuntert mich zum tun
mich nichts den bau verlassen lässt
kann schlecht nur schlafen, will doch ruhn

gar nichts ermuntert mich zum tun
so schwer wie blei gibt sich mein leib
kann schlecht nur schlafen, will doch ruhn
will mich verändern. doch ich bleib

so schwer wie blei gibt sich mein leib
gleichwohl dies an der hitze leiden
will mich verändern. doch ich bleib
juni. ich fühl novemberzeiten

© 2017, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

schlangenkönigin

sie zwängt ganz heimlich still
ihren leib durch enge wege
ihr altes kleid in fetzen
das sie abwerfen will

sie war darin gewachsen
nun wuchs sie längst heraus
sie windet bäumt und dreht sich
ächzend um alle achsen

längst war unter der hülle
die neue pracht zu sehen
die sonnenstrahlen trafen
des glanzes ganze fülle

bald bleibt im dichten holz
die alte haut verlassen
zum mittsommer die neue haut
trägt sie mit großem stolz

© 2017, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.