wintereinbruch

der winter hat mit zauberhand
die welt ganz frisch geweißt
ein schneemann in der dunkelheit
steht einsam und verwaist

die kinder die ganz eifrig heut
ihn aus dem schnee gerollt
die haben sich im dämmerlicht
schon längst nach haus getrollt

die rotgefrornen hände wärmen
sie sich am Kakao
und nachts im schlaf da träumen sie
ganz kühn vom iglu-bau

© 2017, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

traum

heute nacht träumte ich von einem lächeln
als ich es traf war es ziemlich allein
losgelöst war es von jeder person
und es lud mich zum mitlächeln ein

ich fand die idee ganz entzückend
und so freute ich mich, lächelte mit
doch nach kurzer zeit merkte ich schmerzlich
wie mein lächeln mir langsam entglitt

nun im traum sah ich einsame lächeln
ihre menschen fehlten ihnen doch
und im spiegel sah ich wo mein lächeln einst war
ein nichts sagendes riesiges loch.

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nachtreim

schau dort in dunkler nacht
welch wundervolles leuchten
es ist ganz herrlich kühn gebogen
und schief ists angebracht

es wandert durch die räume
und bleibt nicht was es ist
nein: ab und zu nimmts ab und zu
ist stets ein quell für träume

heut sichelts eine wiege
ich mach drauf einen reim
und meine dass der mann im mond
bequem des nachts drauf liege

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novemberregen #frapalymo No. 21.1

der himmel fällt mir auf den kopf
in kalten feinen regenfäden
hände suchen nach taschenwärme
die feuchtigkeit krallt in den körper

in kalten feinen regenfäden
erwachsen pfützen an den wegen
die feuchtigkeit krallt in den körper
kein spatz findet sich ein zum bade

erwachsen pfützen an den wegen
bald wird das nass vom frost erblinden
kein spatz findet sich ein zum bade
ein gummistiefelchen nur platscht

bald wird das nass vom frost erblinden
hände suchen nach taschenwärme
ein gummistiefelchen nur platscht
der himmel fällt mir auf den kopf

impuls: „schreibt ein pantun“.

alle texte lest ihr hier: #frapalymo 21nov17: kein ton keine wahrheit

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wirbelblockade

zwei wirbel wollten nicht mehr länger wirbeln
der alltag hatte ihnen jeden spaß geraubt
und sie beschlossen fürchterlich zu zwirbeln
des alten körpereigentümers haupt

zu diesem zwecke hakten sie sich unter
hielten sich fest und blieben einfach stehen
da wurd der kopf vom hämmern bald schon munter
vor schmerz konnt er nicht aus den augen sehen

er suchte tastend nach seinen tabletten
hatte sie bald und atmete dann auf
ein wenig salbe noch, das würde ihn schon retten
und die zwei wirbel gäben dann auch auf

und wie er es gedacht so kam es
dauernd am andern kleben ist auch nicht so toll
sagten die wirbel und der schmerz vernahm es
er ging. nun wirbelt alles wie es soll

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