sonntagvormittag

licht fließt langsam in den sonntagmorgen
federwolken schlendern lose über blau
fühl wie sie mich frei von allen sorgen
bin noch ganz in schläfrigkeit geborgen
nur der wind gebiert sich kalt und ziemlich rau

der pegel sinkt in meiner kaffeetasse
der zeiger meiner uhr rückt unerbittlich vor
mit muße füll ich heut die seelenkasse
da ist kein grund, dass ich mich treiben lasse
murmelnd flanieren melodien mir durchs ohr

ein buch winkt aufgeregt mit seinen seiten
es will den horizont mir gerne weiten
und lädt mich zur gedankenreise ein
vielleicht schaue ich später noch hinein
und wenn ganz anders dieser sonntag auch verflösse
wärs doch egal, solang ich es genösse

© 2018, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

weiter gedacht

wo es noch grade nackt und frisch
blüht heute schon der flieder
wo kalter wind um häuser strich
klingen der amseln lieder

zwei hummeln torkeln durch die luft
haben sich fast getroffen
vom überreichen blütenduft
sind sie wohl ganz besoffen

auch ich will meine nase dann
in blütenfülle neigen
ein stück zu weit! ich stoße an –
nun schneit es von den zweigen

der weiß-blassrosa blütenschnee
löst sich schon von den bäumen
und während ich ihn fallen seh
kann ich von früchten träumen

wenn im oktober dann die reifen
früchte mit süße locken
träume ich von den hummelstreifen
und baumblütenschneeflocken

© 2018, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

april-pantun

sonnentage als versprechen
täglich locken linde lüfte
aus den steingesetzten höhlen
befreit aus zwängen dicker hüllen

täglich locken linde lüfte
alle welt will draußen leben
befreit aus zwängen dicker hüllen
die blasse haut kann wieder atmen

alle welt will draußen leben
leichter gehen sich die wege
die blasse haut kann wieder atmen
mundwinkel erklimmen höhen

leichter gehen sich die wege
sieh! die ersten schmetterlinge
mundwinkel erklimmen höhen
die zunge streicht ein erdbeereis

sieh! die ersten schmetterlinge
brefreit aus zwängen dicker hüllen
die zunge streicht ein erdbeereis
sonnentage als versprechen

© 2018, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

april.reim

die vögel singen morgens wieder
die müden schläfer aus den träumen
in weißrosabeschneiten bäumen
ein quodlibet der frühlingslieder

die linden weben blätterspitzen
an jedem tag ein wenig dichter
auf wellen tanzen sonnenlichter
das stadtvolk will nun draußen sitzen

die welt riecht anders. ihre düfte
von blüten reich und sanften regen
durchdringen geist und sinne, legen
ein lächeln in die linden lüfte

© 2018, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

vom abendwetter

als
feierte die nacht
ein fest
mit
lauten drums und
stroboskop
die
luft ist lau und
neblig weich
und
kommt ein ende
dann der show
treibt
müder wind die
wolken fort
der
himmel glänzt von
sternen reich

© 2018, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.