gefangenschaft

in den
engen wänden der
dunkelheit
waidwund
orientierungslos
ein paar gedanken
lauschend
ins schwarz
ihr rufen ist
selten geworden
zuletzt
wissen sie doch
noch nicht einmal
woher das staccato
des rasenden herzens
tönt

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verlauf

als wäre da ein fremder draht
den heimlich angeklemmt man hat
zieht nur ganz wenig energie
stetig aus deiner batterie
du merkst es kaum, fühlst müde dich
und irgendwann dann reicht es nicht
mehr für ganz alltägliche dinge
als wenn ein gummiseil dran hinge
das dich in der bewegung hemmt
als sei die ganze welt verklemmt
und irgendwann ist sie dann leer
die batterie. nichts regt sich mehr
das laden ist sehr kompliziert
nur selten wird es akzeptiert
dass die maschine abgeschmiert

so wirst du gern dann aussortiert

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kramtage

noch ist
es schmerzhaft
einzutauchen in
das vergangene
zu sichten was war
zu erinnern
auszuwählen was
bleiben darf

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drinnen

bleiben
regungslos
verharren wie ein
verlassenes kitz
im hohen gras
das draußen
flüstert mir
seine existenz
durch fensterspalten
sehnsuchtsort
bedrohlich atem
lähmender druck
und beim schrillen
der türklingel
gewissheit nicht
auffindbar sein
zu wollen

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aufbruch

und dann
ging ich fort
sah mich nicht um
fuhr aus meiner
alten haut aus
erwartungen
und pflichten
welche die meinen
nicht waren
verließ die
vergitterten orte
die erhobenen
zeigefinger die
verletzenden worte
nun suche ich
nach meinem platz
der mich sein lässt
nun suche ich
nach mir

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