lieblingsrezept #lyrimo No. 20

ein löffelchen dunst
(achtung: flüchtig!)
ein paar sonnenzesten
eine prise rosenduft
einen flecken wiese
einhundertgramm
butterblumen
margeriten
roten mohn
ein halbes pfund
vom himmelblau
für die leichtigkeit
noch bachgeplätscher
ein federwölkchen
schmetterlinge
nach bedarf
die zutaten nur
grob vermengen
und am besten auf
dem rücken liegend
genießen

impuls: “… ein poetisches kochrezept… ich bin mal gespannt, was ihr serviert”

alle texte lest ihr hier: poetisches kochrezept

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beschreibung #lyrimo No. 19

ein hort mich zu hausen
ein haus mich zu erden
eine erde mich zu lehren
ein lehrer mich zu fordern
eine forderung mich zu kennen
eine erkenntnis mich zu finden
ein fund mich zu freuen
eine freude dich zu wissen
ein wissen vom seinkönnen
ein dasein das raum
lässt gemeinsam
zu wachsen

impuls: “du bist…” ein liebesgedicht

alle texte lest ihr hier: „… du bist das sternchen in meiner buchstabensuppe“

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me.di.ta.tion! #lyrimo No. 18

sitz auf ner matte
in meiner hütte
ich suche meine
innre mitte
und kann sie doch
nicht finden
gedanken kreisen
schnell vorbei
wie katzen um
den heißen brei
ich möcht sie
gerne binden
und fokussieren
auf den ort
wo ich vermute
der mitte hort
wo kann die
ruhe gründen
ich such und such
das ist zu dumm
wo treibt sich
meine mitte rum?
ich muss sie
endlich finden
sitz auf der matte
in meiner hütte
und glaub es ist
wohl meine mitte
verweht mit
allen winden…

impuls: meditation

alle texte lest ihr hier: meditation

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perspektive #lyrimo No. 17

oma, schau
ich kann schreiben!
auf dem blatt
torkeln ungelenke
majuskeln umher:
kwa… squi…
kwasquilot! aha
kwasquilot…
augenblicke
ratlos
was
das ist, oma?
das weiß ich nicht
ach
macht nichts,
mein kind, das
findest du schon
noch heraus
und
mit dieser schrift
wirst du ganz
sicher einmal
doktor

impuls: kwasquilot

alle texte lest ihr hier: kwasquilot

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emsig #lyrimo No. 16

tausende leiber
myriaden von beinen
in ständiger bewegung
robotern gleich
ihre stadt (ohne wolkenkratzer)
kompaktes gebilde der natur
aus sich heraus geschaffen
aus subterraner welt
strebend nach oben
straßen ganz ohne autos
sichtbar nur den eingeweihten
geschäftigkeit einer rushhour
zu allen zeiten des tages
jeder scheint seinen platz
seine aufgabe zu kennen
jeder trägt seinen teil
bei zum funktionierenden ganzen
in all dem gewimmel
der laufenden beine
wächst die gemeinschaft
stetig durch gemeinschaft
wie ihr hügel nach oben
sich türmt im
sichtbaren

impuls: Rondo a capriccio, Op.129 (Beethoven)

alle texte lest ihr hier: medientransfer musik

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