dunkle zeiten #lyrimo No. 26

schlugen kreuze
sorgender seele
trostlos
die hände
niedergeht
der freund
wachsend die angst
mut eilet fort
hemmet nichts
als mein leben
von der unendlichen mühe
stille hält
gigantische schatten
ziehn beflügelt
jagen der sorge qualen
das eigene leben
den tod erleidet
und glaube
geht unter
vor schmerzen

impuls: “erasure – schiller” (vorlage ist schillers die bürgschaft)

alle texte lest ihr hier: lyrimo november 2020

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ambivalent

chume, chum, geselle min*
denn dich, dich muss ich lieben
ih enbite harte din
ich wär so gern geblieben
ich wollte mit dir einfach sein
suzer rosenvarwer munt
doch meine angst macht mich ganz klein
chum un mache mich gesunt
chume, chum, geselle min
ich denke es, seit ich dich sah
ih enbite harte din
doch komm mir besser nicht zu nah!

*der kusiv gesetzte text stammt aus der
carmina burana

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kriminätzchen #frapalywo no. 18

ein schlüssel fand
zu seinem schloss
er hatte lang
danach gesucht
war sehr verzweifelt
hatt geflucht
weshalb er
den moment genoss!

als mitglied in
einem schlüsselbund
er von den andern
zuspruch fand
erhielt ein eignes
schlüsselband
hielt sich für
bessres plötzlich. und

verließ den
schlüsselbund sofort
meint, dass zu
höherem er geboren
wanderte fort und
ging verloren
die presse mutmaßt
es war mord

impuls: “Ringelnatzig”

hier das genannte ringelnätzchen, das als vorbild dienen sollte: Der Briefmark

alle texte lest ihr hier: lyrimo tag 18

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was übrig bleibt #lyrimo no. 16

wenn ich
erwachte in der nacht
ein abgrund
tief der schatten
drin ich
das schlafen ein
verlorengehen
den menschen
den ereignissen
deinem blick
verloren

impuls: „Erasure-Gedicht“

basis: ein rilke-gedicht

ich habe viel radiert

alle texte lest ihr hier: lyrimo tag 16

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lobgesang #lyrimo no. 1

einmal sollte man… für sich ganz fest einplanen
den tag damit zu füllen poesie zu lesen
man müsste eins dann werden mit den wesen
die ihre verse graben uns in unsre nervenbahnen

man sollte nicht mehr… stets sich nur dem zeitgeist fügen
wo mit vernunft man nur in fesseln legen will
man müsste viel mehr hören auf sein bauchgefühl
öffnen den geist so dass die gedanken fliegen

man sollte nicht mehr… mit den zweifeln ringen
so vieles wurde schon so schön geschrieben
man könnte diese zeilen einfach lesen
und all die weisheit lieben die sie bringen

einmal sollte man… dann auch den dichtern ehr erweisen
die uns die tür zur poesie geöffnet haben
wie mascha, diese lebenskluge frau
sie prägte mich. dafür will ich sie preisen

impuls: „Ein Gedicht zu Ehren…“

die fett gedruckten texte sind zitiert aus
mascha kaleko: einmal sollte man…

alle texte lest ihr hier: lyrimo, tag 1

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