haiku No. 391

wie der mond schwindet
im kaltschwarz der winternacht
bald traumaufgelöst

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kirschzweige

ins glas
auf dem bord
stellte ich
perlen tragendes
zweiggewirr
nun werde ich
jeden tag
schauen wie
der frühling
sich langsam
entfaltend
avisiert

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notiz

in
einem see
aus milch
die mondin
badend wie
cleopatra einst
ihrem dasein glanz
verleihend
still und
zart

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abendelfchen

schau
nach oben
im tiefen schwarz
funkelnd vibrieren die sterne
wintermagie

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schneckschreck

ein schneck wurd wach
in seinem haus
fühlerte raus
denn da war krach

ein amselhahn
machte krawall
mit starkem hall
der schneck sodann

war irritiert:
sollts lenz schon sein?
ich schlief so fein
hab nichts gespürt…

er dachte nach
wenn ich ihn fragt
der kalender sagt
sah hin. und ach

es war noch zeit
der winter da
wenn auch nicht weiß
der lenz war weit

entfernt. und nun
verzog der schneck
ins letzte eck
sich um zu ruhn

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