haiku No. 368

ein halber taler
der silbrig schimmernde mond
die nacht ist knausrig

© 2018, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

appell

also, pilze:
spannt eure
schirme auf!

und wenn es dann
doch nicht regnet
kommen wir euch
suchen

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oktobersommer

wie zart die linden mir erscheinen
wenn ihre blätter sonnengelb
den zweigen blöße gebend eilen
am grund als teppich sich zu einen.

die sonne wandert tiefer wieder
und wieder durch das baumgeäst
schickt ihre strahlen durch die lücken
und legt sie wärmend auf mich nieder

ich wundere mich, denn vom herbst hatt
ich andere erinnerung
an seiner liebenswürdigkeit
trinke ich gern mich voll und satt

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jojo-effekt

im baum, noch tief
hängt etwas schief
der mond, so schmal
vor jeder nacht
ist er bedacht
auf abendmahl

so wird er rund
glänzt silbern und
grinst breit vor glück
zwei wochen wonn
dann sagt die sonn
er würde dick

die waage streikt
der spiegel zeigt
da ist was dran!
da seufzt er schwer:
kein essen mehr
ich nehme ab!

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gefragt

über
wieviel runden
dieser fleischwolf
halbgarer erkenntnisse
wortwrestling das
seelenhämatome schlägt
wieviel runden
bis die gürtellinie
unter den füßen
versinkt im trümmerfeld
das nie wieder
ganzes werden kann
für keinen

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